Emmy Hennings

Das Märchen ist zu Ende

3 CDs
Cover: Das Märchen ist zu Ende
Edition Apollon, Königs Wusterhausen 2012
ISBN 9783941940178
CD, 23,99 EUR

Klappentext

Gelesen von Ella Endlich, Uwe Friedrichsen, Siegfried W. Kernen, Isabella Lewandowski, Karin Nennemann, Frank Roder, Thomas Arnold, AendiKudszus, Peter Weis, Thomas B. Hoffmann, Felix Isenbügel, Peter Bieringer, Ottokar Lehrner, Julia Becker und Luis C. Oberlander. Regie: Karmers. Musik: Parov Stelar, Sasa Jansen, Sven Panne und Wolfgang Müller. Rastlos, heimatlos, vielseitig begabt, naiv, melancholisch und stets selbstreflektierend verdichtete Emmy Hennings ihr Leben als Tänzerin, Schauspielerin, Dichterin, Autorin, Morphinistin, Gelegenheitsprostituierte, Revoluzzerin und früher Bohemien zwischen Berlin, München und Zürich in einer schieren Sucht nach Leben als Abenteuer. Als Gefährtin und oftmals Geliebte vieler Künstler, darunter Erich Mühsam, Joachim Ringelnatz, Johannes R. Becher, Ernst Bloch, Georg Heym, Kurt Wolff und Walter Benjamin legt sie an der Seite Hugo Balls mit der Gründung des "Cabaret Voltaire" in Zürich den Grundstein zur Schaffung des Dadaismus und findet erst Ruhe in der späten Freundschaft zu Hermann Hesse, ihrer selbstgewählten Heimat im Schweizer Tessin und der Zuwendung zum katholischen Glauben. Auf drei CDs vollzieht der Hamburger Regisseur und Künstler Karmers eine fragmentarische Annäherung an das "Verdichtungswunder" Emmy Hennings in einer Collage aus Texten, Prosa, Lyrik und Briefen von und über Emmy Hennings.

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 31.01.2013

Wenn überhaupt, dann ist Emmy Hennings als Frau von Hugo Ball und Mitbegründerin des Cabaret Voltaire ein Begriff, bedauert Alexander Cammann, der ihre wenig bekannte frühere Karriere als Schauspielerin, Muse, Schriftstellerin und Prostituierte mindestens so spannend findet - immerhin trat Hennings da mit Claire Waldoff auf, verdrehte Erich Mühsam, Johannes R. Becher und Jakob van Hoddis den Kopf und zog die Eifersucht Else Lasker-Schülers auf sich. Mühsam schwärmt von ihrem "erotischen Genie", und Hennings auch selbst reflektiert ihre Befindlichkeit, wenn sie etwa feststellt: "Ich bin kein erfreulicher Umgang für mich". Eine spannende Begegnung mit einer spannenden Person in einer spannenden Zeit an einem spannenden Ort also, an der der Rezensent nur eine Kleinigkeit auszusetzen hat: Zwar überzeugt ihn der Collagecharakter der akustischen Annäherung konzeptionell, aber eine Trackliste hätte er dennoch praktisch gefunden.

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