Historische Konstellationen und aktuelle Entwicklungen der Avantgarde-Theorien - von Dada bis zum KunstAktivismus der Gegenwart: Dadaismus, Surrealismus, Konstruktivismus - die Avantgarden sind auch nach über hundert Jahren allgegenwärtig. Doch welche Bedeutung haben sie heute für die Kunst und Literatur? Ausgehend von den historischen Avantgarden und ihren Ismen im 20. Jahrhundert, über die Neo-Avantgarden der 1960er, bis hin zur zweiten Avantgarde und dem KunstAktivismus der Gegenwart, zeigt der Romanist Wolfgang Asholt, wie sich die Avantgarden und ihre Theorien entwickeln, gegenseitig bedingen, voneinander abgrenzen und welche Herausforderung sie für Kunst und Literatur darstellen. Zu diesem Zweck befragt er sie darauf, wie sie sich zu Cornelius Castoriadis' Begriff des "Radikalen Imaginären" verhalten: Wie verändern die Avantgarden unsere Gesellschaft? Kann das Leben zur Kunst und die Kunst zum Leben werden? Und was kann der künstlerische Aktivismus heute von den Avantgarde-Theorien lernen? Wolfgang Asholts Untersuchung knüpft dort an, wo Peter Bürgers "Theorie der Avantgarde" ihr Scheitern proklamiert und Paul Mann ihren Theorie-Tod verkündet hat, um zu zeigen, dass die Avantgarden nach wie vor sehr lebendig sind.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 21.02.2025
Rezensent Maximilian Gillessen ahnt, dass auch Wolfgang Asholt das "Gespenst der Avantgarde" nicht einfangen kann. Allerdings gibt ihm der Romanist mit seinem "Grundlagenwerk" jede Menge Material zur Theorie und Geschichte der europäischen und amerikanischen Avantgarden von gestern bis heute an die Hand, mit dem der Rezensent arbeiten kann. Gewappnet mit Peter Bürgers Begrifflichkeit vertieft der Autor laut Gillessen sein Thema in Einzelstudien. Besonders aufschlussreich wird das laut Rezensent, wenn sich Asholt der künstlerischen Avantgarde und ihrer Annäherung an politische Bewegungen widmet, bei Majakowski und El Lissitzky etwa. Was die "Neoavantgarden" angeht, bleibt der Band zu Gillessens Bedauern eher blass. Pop-Art als Klischee affirmativer Warenästhetik trifft es dann doch nicht, findet er, und die Wiener Gruppe und Fluxus kommen gar nicht vor.
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