Aus dem Ungarischen und herausgegeben von Wilhelm Droste. Vielleicht nicht ein europäischer Dichter des 20. Jahrhunderts, kaum einer weltweit, hatte und hat in seinem Land bis auf den heutigen Tag ein Echo wie der Ungar Endre Ady (1877-1919). Seine dichterische Stimme ist dabei von der epochalen Kraft, wie sie der Amerikaner Walt Whitman und die Franzosen Baudelaire oder Rimbaud verkörpern. Mit ihnen begannen neue Zeitrechnungen und mit Ady auch - in Ungarn. Verehrung und Ehrfurcht, Faszination und Bewunderung standen dabei lange Verachtung und Anfeindung, Mißdeutung und Argwohn gegenüber. Erst heute ist sein Rang als größter Lyriker der ungarischen Moderne zusammen mit Attila József unbestritten, erhaben über ideologische Vorbehalte, die jahrzehntelang den Blick auf sein Werk mit bestimmten, ohne die Popularität des Dichters ersticken zu können.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 17.03.2012
"Musikalische Verse von schrecklicher Schönheit" hat Rezensentin Ilma Rakusa in Endre Adys Gedichtband "Gib mir deine Augen" gelesen. Zu verdanken hat die Kritikerin dies Wilhelm Droste, dem es in diesem zweisprachigen Band nicht nur gelungen sei, einen repräsentativen Querschnitt durch das lyrische Werk des bedeutenden ungarischen Dichters zu geben, sondern - bis auf wenige Ausnahmen - auch die erste adäquate Übersetzung der magischen, zwischen "Lied und Leid", "Sehnsucht und Provokation" oszillierenden Verse des modernistischen Lyrikers vorzulegen. Und so lässt sich die Kritikerin von den in ihrer Intensität und Leidenschaft beinahe körperlich spürbaren Gedichte in den Bann ziehen und erlebt Adys Zerrissenheit zwischen "Liebesbedürftigkeit und prophetischem Zorn", "Glauben und Unglauben" und "Hochmut und Verzweiflung", die sich in den melodischen und emotionalen Gedichten über Liebe, Tod, Heimat und Gottsuche immer wieder offenbare und zu deren Entdeckung sie dringend rät.
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