Keine Gedenktafel, kein Platz und keine Straße erinnern heute an ihn: Hans Becker ist in Vergessenheit geraten. Der Journalist Erhard Stackl schildert, wie ein ursprünglich unpolitischer Weltreisender zum Propagandaleiter der austrofaschistischen Vaterländischen Front und schließlich zum Gründer der überparteilichen Widerstandsorganisation O5 wurde.Hans Becker war unter den Ersten, die mit einem "Prominententransport " in das Konzentrationslager Dachau verschleppt wurden. Dort, und später auch in Mauthausen, verbündet er sich mit Mithäftlingen im Kampf gegen die Nazis. Nach seiner Entlassung gelingt es ihm trotz Gestapo-Überwachung, Kontakt zu anderen Regimegegnern aufzunehmen, und er organisiert nach und nach die Widerstandsgruppe O5, von der noch heute die Gravur am Wiener Stephansdom zeugt.Anhand zahlreicher neuer Dokumente beschreibt Erhard Stackl nicht nur, wie Becker und die O5 die Befreiung Wiens 1945 planten und verraten wurden, sondern auch, welche Arten von Widerstand es gibt und wie wichtig der Kampf gegen das Vergessen ist.
Rezensent Ralf Leonhard hat viel von dem Wiener Journalisten Erhard Stackl gelernt. Denn über den österreichischen Widerstandskämpfer Hans Becker gibt es nicht mal einen Wikipedia-Eintrag. Dabei sei Becker, weiß Leonard nun zu berichten, mit seiner Organisation "O5" nicht nur einer der einflussreichsten, sondern auch "schillerndsten" Akteure im Kampf gegen die Nationalsozialisten gewesen. Gegründet hatte Becker sie in den über zwei Jahren, die er bis 1940 in Dachau und Mauthausen inhaftiert war, weil er die Einverleibung Österreichs von Anfang an bekämpft hatte. Was Stackl über Sabotage-Aktionen, geplante Aufstände, Beckers Flucht vor dem Henker und seine Ermordung in Chile in Archiven, Nachlässen und unveröffentlichten Erinnerungen gefunden hat, imponiert Leonard über alle Maßen und er wundert sich, dass nicht mal eine Straße an Hans Becker erinnert.
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