Der Kulturphilosoph Ernst Cassirer korrespondierte nicht nur mit Vertretern unterschiedlichster Richtungen der Philosophie, sondern auch mit den bedeutendsten Persönlichkeiten in Wissenschaft und Literatur seiner Zeit; er war u. a. ein geschätzter Gesprächspartner von Albert Einstein, Aby Warburg und Thomas Mann. Der Band "Ernst Cassirer. Briefe" enthält eine Auswahl von Briefen aus allen Perioden seines Lebens und dokumentiert seinen Denk- und Lebensweg von den Anfängen in Marburg und Berlin über die Hamburger Jahre bis zur Zeit seines Exils in England, Schweden und den USA.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 20.04.2009
Mutig und ausgestattet mit einem glücklichen Händchen stellt sich Ralf Konersmann Herausgeber und Verlag dieses wissenschaftlichen Briefwechsels vor. Wie sonst wäre es wohl gelungen, eine so aussagekräftige, umsichtig kommentierte Auswahl aus den über 600 Briefen von und an Ernst Cassirer zu treffen? Eine Auswahl, die, wie Konersmann beglückt feststellt, ein genaues Bild Cassirers als Schlüsselfigur der jüngeren Philosophiegeschichte zu zeichnen imstande ist - und die Zeitumstände in ihrer Dramatik gleich mit. Konersmann eröffnet sie nicht nur die Weitgespanntheit von Cassirers Interessen, seine dialogische Denkweise, sein Einfühlungsvermögen und seinen offenen Stil, sondern auch die Brüche in der Biografie. So erinnern die Briefe aus Göteborg den Rezensenten "schmerzlich" an die antisemitische Hetze, der ein jüdischer Gelehrter wie Cassirer ausgesetzt war.
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