Unter welchen Vorzeichen ist die philosophische Anthropologie am Beginn des 20. Jahrhunderts in das Zentrum des philosophischen Diskurses gerückt? Unter welchen Bedingungen ist sie in ihrem Anspruch, für die Sinndeutung menschlichen Lebens zuständig zu sein, von einer Philosophie der Kultur abgelöst worden? Aus dieser doppelten Fragestellung resultiert die Struktur dieser Untersuchung. Ausgangspunkt ist die Lehre Darwins und die Darstellung ihrer Konsequenzen für den philosophischen Diskurs des 19. und frühen 20. Jahrhunderts. Daran anknüpfend werden die Entstehungsgeschichte der philosophischen Anthropologie sowie die Hauptgesichtspunkte der Theorien von Max Scheler, Helmuth Plessner und Arnold Gehlen dargestellt, in deren Kontext die grundsätzliche Kritik philosophischer Anthropologie durch Martin Heidegger und die Einwürfe von theologischer Seite gegen ein säkulares Menschenbild gehören. Den Abschluss bildet Ernst Cassirers Transformation philosophischer Anthropologie in eine Philosophie der Kultur.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 15.05.2004
Eine "überzeugende Lesart" der philosophischen Anthropologie Ernst Cassirers findet Thomas Meyer in Gerald Hartungs Monografie "Das Maß des Menschen". Hartung gelinge es, so der Rezensent, die "antitragische Dimension" von Cassirers Philosophie "konsequent" zu entfalten. Er erweise Cassirers Begriffe von "Eigenverantwortlichkeit" und "Universalismus" als die beiden tragenden Pfeiler seiner späten, im Exil entstandenen Schriften. Gerade angesichts der heutigen obsessiven Versuche, vom "Ausnahmezustand" der Lagerinsassen her die Moderne zu denken, findet Meyer die Überlegungen Cassirers "als Gegengift unverzichtbar". In der Fortschreibung dieser Konzepte zu einer "Theorie des Pluralismus" sieht er denn auch einen der wichtigsten Aspekte von Hartungs Buch.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 22.01.2004
Unter den zahlreichen neuen Publikationen zu Ernst Cassirer erscheint Rezensent Thomas Meyer diese Studie von Gerald Hartung besonders wichtig. Sie ist Cassirers philosophischer Anthropologie gewidmet, die sich - "man has to be defined by humanity" - weniger auf starre Maßstäbe als auf ein utopisches Moment festlegen wollte. Doch in den Augen des Rezensenten greift sie noch weit über Cassirer hinaus, denn sie erklärt zugleich den Aufstieg der Anthropologie, die der Autor als ein Krisenphänomen der in die Krise geratenen Menschheit begreift, wie der Rezensent darstellt.
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