Erwin Panofsky - vom wissenschaftlichen Nobody zum "Einstein der Kunstgeschichte".
Ein "Lehrer mit genialem Profil und Charisma", ein "sprachsensibler Gedächtnisriese", der "Einstein der Kunstgeschichte" - Erwin Panofsky ist als wissenschaftliche Ausnahmefigur in die Geschichte eingegangen. Sein Name steht für die Entwicklung und Anwendung einer neuen Methode, der Ikonologie: der Interpretation eines Kunstwerks aus seinem kulturhistorischen Kontext heraus. Wo sich die Kunstgeschichte bisher eher mit Stilkritik und Zuschreibungsfragen beschäftigt hatte, rückten nun große geistesgeschichtliche Horizonte in ihr Blickfeld. Von seinem späteren Wirkungsort Princeton aus hat Panofsky dieser Methode Weltgeltung verschafft. Entstanden aber ist die Ikonologie in Hamburg, wo er an der gerade gegründeten Universität als erster Ordinarius für Kunstgeschichte wirkte - und wo er im Umfeld Aby Warburgs und dessen "Kulturwissenschaftlicher Bibliothek" entscheidende Impulse erhielt.
Panofsky wurde 1934 zur Emigration gezwungen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 16.01.2018
Für Rezensentin Katharina Rudolph ist dieses Buch ein Glücksfall. Mit großer Sach- und Quellenkenntnis zeichne die Kunsthistorikerin Karen Michels Erwin Panofskys Wirken in Hamburg nach, schwärmt die Kritikerin, die hier nicht nur nachliest, weshalb es Panofsky ausgerechnet nach Hamburg zog, sondern auch, unter welchen Bedingungen er die Grundlagen der Ikonologie entwickelte. Die Jahre zwischen 1920 und 1934, in denen Panofsky mit Aby Warburg und anderen Kollegen diskutierte und feierte, lässt Michels lebendig werden, lobt Rudolph.
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