Wir werden immer radikaler. Nicht nur in unseren oft verhängnisvollen Reaktionen auf politische Herausforderungen, sondern auch im Alltag: Wir lassen all unsere Energie in die Körper- und Selbstoptimierung fließen, meinen als Veganer die Welt zu retten oder sondern uns als Reiche in Gated Communities von der Gesellschaft ab.
Der Sozialpsychologe Ernst-Dieter Lantermann erforscht seit Jahrzehnten, wie sich Menschen in unsicheren Situationen verhalten. Er fragt nach den Wurzeln des allgegenwärtigen Fanatismus - und nach Möglichkeiten, das vielfach bedrohte Selbstwertgefühl zu stärken.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 15.10.2016
Rezensent Hannes Hintermeier liest die Ausführungen des emeritierten Sozialpsychologieprofessors Ernst-Dieter Lantermann mit Schrecken. So düster, wie der Autor unsere Gesellschaft "mit breitem Pinsel" malt, eine Gesellschaft aus Frauenhassern, Xenophoben, Abtreibungsgegnern, Veganern und Wutbürgern, ist sie dann doch nicht, findet Hintermeier. Auch vermisst er Daten, Fallbeispiele und Fakten, wenn der Autor gegen Fanatiker aller Couleur zu Feld zieht. Das Gesprächsangebot, das der Autor nach Meinung des Rezensenten mit seinem Buch eigentlich machen möchte, findet auf die Art höchstwahrscheinlich keinen Adressaten, vermutet Hintermeier.
Julian Barnes: Abschied(e) Aus dem Englischen von Gertraude Krueger. Julian Barnes wird im Januar 2026 achtzig Jahre alt. Er weiß, dass die längste Zeit seines Lebens hinter ihm liegt, und er möchte… Elias Hirschl: Schleifen Franziska Denk wächst im Umfeld des Wiener Kreises auf und leidet als Kind an einer seltsamen Krankheit: Jedes Symptom, von dem sie hört oder liest, bekommt sie sofort. In… Dorothee Elmiger: Die Holländerinnen Mit blinkenden Warnlichtern fährt die Erzählerin, eine namenlose Schriftstellerin, an den Straßenrand, als ein unerwarteter Anruf sie erreicht. Am Apparat ist ein gefeierter… Leila Slimani: Trag das Feuer weiter Aus dem Französischen von Amelie Thoma. Mia, erfolgreiche Schriftstellerin in Paris, kämpft mit "brain fog", einem Gehirnnebel, der ihre Erinnerungen und ihre Arbeit beeinträchtigt.…