Eine tour d'horizon über die internationale Entwicklung der Psychoanalyse im Verlauf der letzten drei Jahrzehnte. Die Autorin hat über 30 Jahre lang die Tagungen der verschiedenen deutschen, europäischen und der internationalen psychoanalytischen Vereinigungen bereist und darüber Bericht erstattet. Doch schon die Lektüre eines einzigen ihrer Tagungsberichte macht deutlich, dass es der Autorin um weit mehr als nur die Referierung der jeweiligen Tagungsinhalte geht: Stets unterzieht sie die wichtigsten Vorträge und Diskussionen einer kritischen Würdigung, erweitert deren Horizonte und reichert sie unter Zuhilfenahme u.a. philosophischer, religionsphilosophischer, soziologischer oder (gesundheits-)politischer Aspekte an. Die nun vorliegende Synopsis sämtlicher Kongressberichte lässt darüber hinaus Tendenzen und Weiterentwicklungen wie auch Sackgassen erkennen, sowohl was den Kampf dieser Wissenschaft um die Heilung der traumatisierten Seelen wie auch ihre Positionierung zwischen den anderen Wissenschaften (wie der Medizin, Biologie etc.) und den eigenen Platz in der Gesellschaft anbetrifft.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 08.12.2008
Für Christian Gampert ein Buch "wider alle Vernunft". Die gesammelten halbessayistischen Berichte von psychoanalytischen Kongressen, die Caroline Neubaur in den Jahren 1975 bis 2007 aus aller Welt für Zeitungsleser und Rundfunkhörer verfasst hat, sind offenbar nicht geschaffen für den Raum zwischen zwei Buchdeckeln. So verdienstvoll Gampert die Arbeit der Autorin auch erscheint und so wichtig er die in den Blick gerückten Entwicklungen in der Psychoanalyse auch findet, so wenig traut er dem Band zu. Was als Nachschlagewerk funktioniert, erklärt er, wirkt in der fortlaufenden Lektüre von Summaries, Porträts und Stellungnahmen ermüdend bis ärgerlich, zumal die Autorin den Klarheit schaffenden Abstand zu ihrem Thema nicht immer findet, wie Gampert bemängelt. Ein Steinbruch, findet er, Vorarbeit allenfalls für eine noch zu schreibende Geschichte der psychoanalytischen Debatte.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 31.10.2008
Dreißig Jahre Berichterstattung von den psychoanalytischen Kongressen rund um den Globus - für Eberhard Rathgeb ein schönes Stück Arbeit. Voller Respekt blättert er in dem Band, der Caroline Neubaurs Berichte versammelt und stellt fest: Kein brauchbareres Kompendium durch das psychoanalytische Entdecken weit und breit. Rathgeb staunt über die Aufmerksamkeit und die Souveränität, mit der Neubaur die Diskussionen verfolgt. Zugleich erscheint ihm die Frische und Mitteilsamkeit der Texte über immerhin nicht ganz theoriearme Themen absolut bemerkenswert. Das Wissen und das erkenntnisvermittelnde Temperament der Autorin haben es geschafft, dass Rathgeb sich am Ende fragt, wie es ohne eine so tolle Einrichtung wie die Psychoanalyse überhaupt sollte weitergehen können.
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