Mit 10 Millionen Toten und mehr als 20 Millionen Verwundeten war der Erste Weltkrieg das erste industrialisierte Morden. Jenseits der Phrasen von "Heldentum" und "Tod fürs Vaterland" hat Ernst Friedrich den Opfern ein Denkmal gesetzt: "Krieg dem Kriege" zeigt das wahre Antlitz des Krieges: Schlachtfelder, Hingerichtete, Schwerstverwundete. "Krieg dem Kriege" ist ein im gesamt 20. Jahrhundert einzigartiges Dokument.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 03.08.2004
Rezensent Christian Jostmann freut sich über die Wiederauflage von Ernst Friedrichs "Krieg dem Kriege". Denn dieses Buch sei ein "epochales Dokument des militanten Pazifismus". Friedrich, der mit seinem konsequent propagierten Pazifismus - sei es die eigene Kriegsdienstverweigerung oder auch die Eröffnung eines Anti-Kriegs-Museums- immer wieder die "militarisierte Weimarer Gesellschaft" provozierte, veröffentlichte das Buch vor achtzig Jahren. Es enthält zahlreiche Bilder, die zeigen, "was die Segnungen der modernen Waffentechnik vom menschlichen Körper übriglassen", und kommentierende Texte dazu. Besonders beeindruckend fand Rezensent Jostmann die Bilder, voll von "zerfetzten Kiefer, leeren Augenhöhlen, geplatzten Schädeln", aber auch die "posierenden Henker mit ihren Opfern" - all das kam Jostmann verdächtig bekannt vor, so als wären es Bilder aus dem "Fernsehen" oder dem Internet. Nach wie vor, so findet der Rezensent, spiegelt sich in diesem Buch "die Gegenwart". Allerdings kann Jostman Friedrichs Kommentaren zu den Bildern nicht so viel abgewinnen; er empfand sie als "befremdend" naiv und "der Historisierung bedürftig". Denn schließlich wisse man heute, dass die "Dinge komplizierter" seien und allein "Appell und guter Wille" keinen Krieg verhindern können. Dennoch, so schließt Jostmann, gibt Friedrich den namenlosen Opfer des Kriegs auch heute noch ein Gesicht, indem er zeigt., "was der Krieg von ihren Gesichtern übrig ließ".
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