Ernst H. Gombrich zählt zu den großen Gelehrten des 20. Jahrhunderts. Dabei war ihm die Fähigkeit gegeben, Zusammenhänge nicht von seinem Standpunkt, dem des Wissenden, sondern vom Standpunkt des Wissbegierigen aus zu betrachten. Im Alter von nur 25 Jahren wagte er sich 1935 daran, eine Weltgeschichte für junger Leser zu schreiben. Ohne jemals langatmig zu werden, schildert er spannend und mit einem aufmerksamen Blick fürs Detail die komplizierte Entwicklung der Menschheit von den Höhlenmenschen bis zum Ersten Weltkrieg. Ihm gelingt der große Bogen, ohne Probleme und Geschehnisse der Vergangenheit zu banalisieren oder gar auszublenden. Im Vorwort der Neuausgabe schildert Leonie Gombrich die Entstehungsgeschichte des Buches aus der privaten Sicht der Familie
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 04.01.2006
Der Rezensent H.D. Kittsteiner ist sehr angetan von dieser 1935 erstmals veröffentlichten und jetzt neu aufgelegten kleinen Weltgeschichte - und nützt diese Gelegenheit, sich ein bisschen kulturpessimistisch über die Gegenwart auszulassen: "Dem Buch merkt man die solide Schulbildung seines Autors an, also das, woran es heute so schmerzlich mangelt." Er wünscht sich, dass es in Schulen ausgelegt wird, weil es "so wunderbar altbacken in Stil und Darstellung ist". Auch wenn der Schwerpunkt dieser Weltgeschichte im Altertum und Mittelpunkt liegt, ist es dennoch ein Bereicherung, dass die Neuausgabe einen Nachtrag des Autors hat. So erhält Ernst H. Gombrich beispielsweise die Gelegenheit, sich über den von den Nazis forcierten zivilisatorischen Rückschritt zu äußern.
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