Aus dem Ungarischen von György Dalos und Elsbeth Zylla. Zu Zeiten des "Gulaschkommunismus" war Tamas Cohen ein ungarisch-jüdischer Oppositioneller. Im Münchener Exil hat er sich als Dolmetscher und Rundfunkjournalist durchgeschlagen und ist nun in den neunziger Jahren ein einsamer deutscher Arbeitsloser. Außer der Sehnsucht nach Glück und dem Hang zu den Frauen ist diesem charmanten "Helden" nur die Liebe zur Heimat geblieben. Als er unerwartet aus dem Nachlass eines ungarischen Finanzmoguls neunhunderttausend Mark mit der Verpflichtung erhält, die ungarische Kultur in Deutschland zu pflegen, kehrt Tamas Cohen in das geliebte Budapest zurück. Sein neues Vermögen verschafft ihm zwar schmeichelhafte öffentliche Anerkennung - aber schneller als ihm lieb ist, findet er sich wieder in politische, geschäftliche, amouröse und familiäre Intrigen verstrickt.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 30.10.2002
Mehr Feuilleton als Literatur, mehr Reportage als Romangeschehen sieht Adam Olschewski in György Dalos' neuem Roman "Seilschaften" gegeben. Zweckorientiert habe der ungarische Autor alles aufgeschrieben, was er um sich herum sieht und notdürftig mit einer Geschichte ummäntelt, meint Olschewski, der Dalos' Kritik an seinen ungarischen Landsleuten - entweder schlampig oder überehrgeizig, geldgierig, korrumpiert vom Westen und vom Sittenverfall - wenig Neues und schon gar nichts Überraschendes abgewinnen kann. Ja, so stellt man sich das vor, meint Olschewski, so könnte es in Ungarn heute zugehen. Diese Eins-zu-eins-Abbildung der Wirklichkeit ist dem Rezensenten zu dürftig, den auch dazwischengeratene kraftvolle Sätze nicht über das schale Gefühl hinwegtrösten, einer "Menge Leerlauf" beizuwohnen. Und wenn schon Realität pur, kritisiert Olschewski außerdem das ihm unlogisch erscheinende Beziehungsgefüge des sogenannten Romans, dann sollte sie wenigstens stimmig sein.
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