Ernst Halter erinnert sich an seine Kindheit in der Kleinstadt Zofingen während und nach dem Zweiten Weltkrieg. Es sind sehr genaue und stimmungsreiche Erinnerungen an Schule und Krieg, an Stadtbewohner, Vorfälle und Unfälle, Spiele und Krankheiten, Fabriken, Bücher, an Freiheiten und Zwänge. Eingeschoben sind Artikel aus dem "Zofinger Tagblatt", die den öffentlichen Raum spiegeln, in dem sich das Kind bewegt.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 22.01.2004
Gieri Cavelty zeigt sich von diesem "Lexikon", in dem der Schweizer Autor Ernst Halter in 158 Artikeln frühe Erinnerungen an seine Kindheit mit Zeitungsnachrichten aus der Zeit unterlegt, sehr eingenommen. Für den Rezensenten wird deutlich, dass Halter seine Erinnerungen einerseits als Zeitzeugnisse einer Schweizer Kindheit begreift und andererseits in diesem Erinnern einen "kreativen Akt" sieht. Dabei zeige sich, dass der Autor die Kindheit als "Kern seiner späteren Entwicklung" versteht, die den Titel des Buches kenntnisreich mit dem Asthmaleiden des Kindes in Verbindung setzt, so der Rezensent zustimmend. Die Texte reichen von Gedankensplittern über "pietistische Bekenntnisse" bis zu "originellen essayistischen Betrachtungen", so Cavelty erfreut, der betont, dass diese keineswegs zufällig zusammengewürfelt wirken. Die "besondere Form des Lexikons hat für den Rezensenten den großen Vorteil, dass die Leser den Artikel über den Heimatkanton Halters, der Aargau, überblättern können. Dieser ist nämlich laut Rezensent dann doch zu sentimental geraten, was allerdings in den anderen "wunderbar poetischen" Texten nicht der Fall ist, wie Cavelty sich beeilt zu betonen.
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