Herausgegeben und mit einem Nachwort von Eva Strittmatter. Zum ersten Mal erscheinen rein autobiographische Texte von Erwin Strittmatter, in denen er persönliche Nöte und Verletzungen preisgibt und Meisterstücke brillanter Aphorismen formuliert. Sie gehören zu seinen schönsten und reifsten. Im Nachlass von Erwin Strittmatter befinden sich Texte aus der Zeit von 1975 bis 1984, die er bei seinen Aufenthalten im slowakischen Kurbad Piestany ins Tonband diktierte. Zu einer Überarbeitung ist es nicht mehr gekommen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 20.04.2004
Der Rezensent Jörg Magenau hat massive Zweifel an diesem Buch: Er fragt sich, "ob man Nachlassnotizen von solcher Harmlosigkeit tatsächlich veröffentlichen muss und ob Erwin Strittmatter damit ein Gefallen getan wurde". Magenau findet wenig Bewahrenswertes in den posthum edierten Notizen aus dem slowakischen Kurort Piestany, "Kalender ohne Anfang und Ende". Freilich, der Autor Strittmatter sei generell zu loben; er habe sich nie verbiegen lassen, habe sich nie "dem planen Optimismusgebot" gefügt. Aber musste seine Frau, die Lyrikerin Eva Strittmatter, nun wirklich seine naturfreundlichen Tonbanddiktate aus dem Kurbad herausgeben, dieselben, denen sie zu Lebzeiten ihres Mannes "mit Nichtreaktion" begegnete? Zu allem Überfluss habe sie den Text mit "kursiv hervorgehobenen Worten durchzogen", moniert der Rezensent, und "diese fortgesetzten Betonungskommandos machen die Lektüre zur Strapaze, weil sie den Leser unentwegt entmündigen". Hinter diesen rhetorischen Dringlichkeitssignalen werde ein "fulminantes Harmlosigkeitsbedürfnis" spürbar - insgesamt also, trotz "mancher humoresken Anekdote", ein hoffnungsloser Fall.
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