Friedrich Schorlemmer vergewissert sich in dieser Autobiografie seiner Wurzeln und zeigt, wie man sich im Wandel treu bleiben kann. Hier spricht ein Pazifist, der zivile Alternativen bei der Lösung jeglicher Konflikte fordert. Ein Demokrat, dem die Freiheit des Individuums ebenso wichtig ist wie die Gleichheit aller Menschen Er erzählt von Freiheit inmitten der Enge, von der Suche nach lebensstiftendem Sinn angesichts einer früh erkannten gesellschaftlichen Sinnkrise. Er schildert Begegnungen mit Künstlern und Persönlichkeiten der Politik und Geistesgeschichte.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 25.02.2013
Nicht so sehr ums Private geht es in den Lebenserinnerungen Friedrich Schorlemmers, das wundert Rainer Hering auch nicht sonderlich. Schließlich war der Autor einer der bedeutendsten Regimekritiker in der DDR, Mitbegründer des Demokratischen Aufbruchs, engagiert bei "attac" und in der Auseinandersetzung mit dem apostolischen Glaubensbekenntnis, ein streitbarer Publizist und Kirchenmann sowieso. Den Weg Schorlemmers von der Akademie in Wittenberg bis zur Verleihung des Bundesverdienstkreuzes kann Hering in diesem Buch nachlesen. Dass der Autor den Tagen im November 1989 neben Zitaten aus seinen Stasi-Akten und Redeauszügen eine eigene Innenperspektive hinzuzufügen vermag, macht den Band für den Rezensenten besonders lesenswert.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 04.12.2012
Hartmut Palmer ist ein großer Bewunderer des Pfarrers und Bürgerrechtlers Friedrich Schorlemmer, an dem ihm besonders gefällt, dass er heute genauso Ungerechtigkeit und Umweltzerstörung kritisiert wie einst in der DDR. Ein wenig scheint Palmer in Schorlemmer die Gegenfigur zu Joachim Gauck zu sehen, dem Palmer offenbar nicht viel abgewinnen kann. Deutlich lieber ist ihm Schorlemmer als "unangepasster Linker", als Solitär, der sich eben im Osten wie im Westen gegen den Strom stellt. Schorlemmers Erinnerungen hat der Rezensent über weite Strecken mit großem Interesse gelesen, wirklich Neues scheinen sie ihm nicht eröffnet zu haben, höchstens gewisse Einblicke in DDR-Lebenswelten. Sehr anstrengend fand Palmer allerdings die Passagen, in denen der Prediger dem Erzähler ins Wort gefallen ist.
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