Aus dem Türkischen von Carl Koß. Deutsche trinken Bier. Und Türken essen Kebap. Kati Hirschel kämpft jeden Tag gegen solche Klischees. Seit 13 Jahren betreibt sie in Istanbul ihren Krimibuchladen, und noch immer fallen die Türken in Ohnmacht, wenn sie lacht - Deutsche lachen nicht. Kati Hirschel lässt sich aber nicht festnageln. Kein Wunder, wächst sie auch über ihre Rolle als Krimibuchhändlerin hinaus und wird zu einer charmanten Detektivin. Nach dem Motto: Die Buchhändlerin, dein Freund und Helfer.
Im Perlentaucher:
Rezension Perlentaucher
Als Krimi ist "Hotel Bosporus", der erste Roman der 1970 in Edirne, Türkei, geborenen Esmahan Aykol, nicht recht ernst zu nehmen. Das liegt an ihrer Haltung zum Genre. Kati Hirschel hat zwei Gründe, mit dem erregenden Kommissar Batuhan zu kooperieren und zu konkurrieren: Sie möchte ihrer verdächtigten Freundin helfen, und sie will endlich ihr Leserinnen-Wissen anwenden, um "von der Krimiverkäuferin zur Amateurdetektivin zu werden". Das erste Motiv wäre auch im wirklichen Leben plausibel, das zweite dagegen ist binnenliterarische Ironie, Spott im Krimi über den Krimi... Lesen Sie mehr von Michael Schweizer in 'Mord und Ratschlag'
Die Rezensentin Katharina Granzin sucht geradezu nach einem Aspekt, unter dem sie diesem Krimi etwas Interessantes abgewinnen könnte, denn der literarische Aspekt ist es auf keinen Fall, und der kriminalistische eigentlich auch nicht. Dann vielleicht eher die Frage, warum Esmahan Aykols "Hotel Bosporus" in der Türkei zum Bestseller wurde, warum er dort so viele Leserinnen (denn nach Granzins Meinung kann es sich nur um Frauen handeln) gewinnen konnte. Dieser Erfolg beruht wahrscheinlich, vermutet Granzin, auf dem Angebot eines "ungewöhnlichen weiblichen Rollenmodells". In der Tat sei die Hauptfigur der in Istanbul spielenden Handlung eine dort seit vielen Jahren ansässige deutsche Buchhändlerin, die in einen Kriminalfall verwickelt werde. In dieser Konstellation findet die Rezensentin gleich mehrfach Anlass zum Schmunzeln. Zum anderen wäre einer türkischen Heldin die dargebotene "Freizügigkeit" der Protagonistin übel genommen worden (etwa dem Postboten splitterfasernackt die Tür zu öffnen) und zum Anderen offenbare sich, neben den ständigen Bemerkungen über kulturelle "Eigenarten", welche Ansichten - auch über die Türkei - man den Deutschen gemeinhin in der Türkei unterstelle. Alles in allem sei aber die ganze Geschichte dermaßen "dilettantisch an den Haaren herbeigezogen", dass sich auch der "Unterhaltungswert" stark in Grenzen halte.
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