Eva Biringer

Unabhängig - Vom Trinken und Loslassen

Cover: Unabhängig - Vom Trinken und Loslassen
Harper Collins, Hamburg 2022
ISBN 9783365000168
Gebunden, 352 Seiten, 18,00 EUR

Klappentext

Seit Jahren geht der Alkoholkonsum hierzulande zurück, doch bei einer Gruppe steigt er: Bei jener der gebildeten, gut situierten Frauen ab 30. Seltsam, oder? Sind das nicht jene Frauen, die trotz Fünfzigstundenwoche noch Zeit für Sport finden, ihre Ernährung überwachen und Achtsamkeit zum Lebensmotto erkoren haben? Ja, genau die machen sich nach einem harten Arbeitstag als erstes eine Flasche Wein auf. Nicht wenige trinken sie leer. Eva Biringer gehörte jahrelang dazu. Sie trank zur Entspannung und Belohnung, um abzuschalten, sich zu trösten, zu kompensieren und zu funktionieren - um Erwartungen gerecht zu werden und um vieles nicht spüren zu müssen. Mehr als einmal wachte sie morgens ohne Erinnerung auf. Anhand ihrer eigenen Geschichte möchte sie sensibilisieren: Für die Gründe, die immer mehr Frauen viel zu oft zur Flasche greifen lassen und für eine Gesellschaft, die nicht sehen will, was sie dazu treibt.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 21.05.2022

Aurelie von Blazekovic empfiehlt Eva Biringers Buch über trinkende Frauen, auch wenn die Autorin mit Statistiken und mit dem Wort "Naturwein" nur so um sich wirft. Dass die Zukunft Trinkens (wenn nicht schon sein Jetzt) der Frau gehört, vermittelt Biringer laut Rezensentin mit profunden Kenntnissen der Hausbar, schmerzhaften Absturzgeschichten und der Erkenntnis, dass sie schon früh der Romantisierung des Rausches aufgesessen ist. Die Vorstellung, dass die heutige "Wine-Mom" tatsächlich bloß eine Entwicklungsform der Hausfrau mit "mother's little helper" sein könnte, wie sie das Buch nahelegt, eröffnet der Rezensentin einen tiefen Blick nicht ins Glas, sondern in die Soziologie des weiblichen Saufens.

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