Thomas Mann mit Familie, Franz Werfel, Annemarie Schwarzenbach, Alma Mahler - berühmte Autoren fanden vor dem Krieg in Zürich zusammen, mittendrin das heute vergessene Ehepaar Ferdinand und Marianne Rieser. Ihrem Engagement war es zu verdanken, dass das von ihnen gekaufte und privat betriebene Theater am Pfauen zu einer Heimat im Exil für viele durch den Nationalsozialismus gefährdete Schauspieler aus Deutschland wurde. Sie spielten riskante, nazikritische Stücke. In ihrer romanhaften Art erzählt Eveline Hasler von der angstvoll kreativen Anspannung damals, Schauplätze sind auch Wien, Prag und München. Ein Porträt von Menschen, die mit angehaltenem Atem das Ungeheure erwarten.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 01.12.2015
Verdienstvoll findet es Rezensent Thomas Meissner, dass Eveline Hasslers dem Schweizer Theaterdirektor Ferdinand Rieser mit diesem Buch die überfällige Ehre erweist. Aufmerksam liest er nach, wieviel Rieser darum kämpfte, kritische und im nationalsozialistischen Deutschland verbotene Stücke an seiner Bühne in Zürich aufzuführen. Gefallen hat dem Kritiker auch Hasslers kurzer, skizzenhafter Erzählton und die Entscheidung, die zahlreichen hier auftretenden Figuren, etwa die Werfels oder die Manns, in verschiedenen Perspektiven zu Wort kommen zu lassen. Gelegentlich stört den Rezensenten allerdings das "Namedropping". Und so recht weiß er nach er Lektüre auch nicht, ob er gerade ein "solide" recherchiertes Sachbuch oder eine romanhafte Aufbereitung von Geschichte gelesen hat.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 09.09.2015
Rezensentin Beatrice von Matt freut sich von Eveline Hasler mit dem Ehepaar Ferdinand Rieser und Marianne Rieser-Werfel und ihrem Zürcher Pfauentheater bekannt gemacht zu werden. Wie das Paar seine Bühne in den Jahren 1924 bis 1938 zum Hort des Widerstands gegen die Nazis machte, wer alles dort verkehrte und was unter welchen schwierigen Umständen gespielt wurde, erfährt von Matt anhand einer Collage aus Zitaten, historischen Dokumenten und eigenem Text. Besonders überzeugend wirkt das Buch auf sie immer dann, wenn Kommentar und Zeugnis unverschmolzen nebeneinanderstehen und Distanz ermöglichen. Aber auch das Szenische im Buch, die Milieuschilderungen und inszenierten Gespräche machen auf die Rezensentin Eindruck. Als lebendiges Zeitpanorama auf Basis solider Forschung findet sie den Band überzeugend.
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