Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 17.06.2002
Es schnurrt der Rezensent Martin Z. Schröder. Diese Stimme hat ihn betört. Sky Du Mont liest Scott Fitzgeralds "Großen Gatsby" und vermag, so Schröder, die ganze Aufmerksamkeit des Zuhörers zu bannen - und das über fünf Stunden lang! Der Rezensent erzählt, wie sehr der "fast kalte" Vorleseton ihn zunächst verwundert hat, und wie er dann jedoch erkannt hat, dass die dadurch entstehende Distanz "die Zurückhaltung des Respekts vor dem Werk" zeige, dem es zu dienen gilt. Dass Sky du Mont in diesem Dienen eine ehrenvolle Aufgabe sieht und sich keinerlei selbstinszenierender Schnörkel bedient, rechnet ihm Schröder hoch an. Doch diese Distanz ist auch ganz praktischer Natur: sie erlaubt, dass sich die Personenrede deutlich vom Erzählfluss abhebt. Als Gatsby, als Daisy, als betrunkene Dame oder als strenger Polizist durchläuft du Monts Stimme alle nur erdenklichen Tonalitäten. Und siehe da, der Rezensent schnurrt schon wieder.
Elias Hirschl: Schleifen Franziska Denk wächst im Umfeld des Wiener Kreises auf und leidet als Kind an einer seltsamen Krankheit: Jedes Symptom, von dem sie hört oder liest, bekommt sie sofort. In… Julian Barnes: Abschied(e) Aus dem Englischen von Gertraude Krueger. Julian Barnes wird im Januar 2026 achtzig Jahre alt. Er weiß, dass die längste Zeit seines Lebens hinter ihm liegt, und er möchte… Jana Hensel: Es war einmal ein Land In ihrem neuen Buch erzählt die Bestsellerautorin Jana Hensel vom Ende eines großen Traums. Denn das, was vor über 35 Jahren als Aufbruch in eine neue Ära begann, wird nun… Dorothee Elmiger: Die Holländerinnen Mit blinkenden Warnlichtern fährt die Erzählerin, eine namenlose Schriftstellerin, an den Straßenrand, als ein unerwarteter Anruf sie erreicht. Am Apparat ist ein gefeierter…