64 Jahre bestimmte Fürst Albert I. die Geschicke des Hauses Thurn und Taxis. Die "Postfürsten" waren eine der vermögendsten Familien Deutschlands, ihre Lebenswelt und ihr Selbstverständnis waren von hochadeliger Prägung. An kaum einem anderen nicht-regierenden Hof leistete man sich eine derart kostspielige Hofhaltung. Auch die Brüche der Jahre 1914/18, 1933 und 1945 brachten hier kaum Veränderung: Mäzenatentum, Jagd, Hofbälle und ausgedehnte Landpartien - in der Zeit Fürst Alberts änderte sich an diesem Habitus so gut wie nichts. "Solange es irgend möglich ist", so der Fürst, solle man "an allen alten Traditionen festhalten". So gelang es der Familie erfolgreich, "oben" zu bleiben.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 29.11.2017
Die Fürstenfamilie von Thurn und Taxis, ehemalige kaiserliche Prinzipalkommissare und Postunternehmer, ist historisch mit der Stadt Regensburg verbunden. Albert I. war vor seinem Tod 1952 Schirmherr der Stadt; seine Ära findet nun in Fabian Fiederers "...an allen alten Traditionen festhalten" ihre geschichtliche Aufarbeitung. Dabei fällt vor allem der Blick für Details und die Sorgfalt bei der Recherche auf, findet Rudolf Neumaier. Unterstützungsunterlagen für den ansässigen Schützenverein sowie den Fußballklub Ratisbona, Aufstellungen der fürstlichen Schmucksammlung, Beschreibungen von Gebirgsjagden und viele weitere Papiere, Texte und Quellen bieten die Grundlage für eine bildlich genaue Beschreibung, unter der sich auch etliche Kuriositäten verbergen, verrät der Rezensent.
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