Deutsche heißen Günter und Gaby, aber eben auch Fatma und Fatih Die Art, wie wir über Migration, Geflüchtete und Integration reden, zeigt: Wir haben ein Wahrnehmungsproblem. Wir tun so, als könnten wir ernsthaft entscheiden, ob wir Migranten im Land haben wollen oder nicht, und wenn ja, wie viele wir davon vertragen. Das ist Blödsinn. Sie sind längst da - und ein Teil des "wir". Die Vorstellung von einer "weißen" Aufnahmegesellschaft, in die Migranten reinkommen, ist eine Art deutsche Lebenslüge, sagt Ferda Ataman. Wie viele andere Deutsche, die mit einem ausländischen Namen aufgewachsen sind, reißt ihr langsam der Geduldsfaden. Sie hat es satt, dauernd erklären zu müssen, wo sie eigentlich herkommt, wie sie zu Erdogan steht oder was sie vom Kopftuch hält. Nur wegen ihres Namens oder des Geburtslandes ihrer Eltern.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 29.04.2019
"Ich bin von hier. Hört auf zu fragen!" - Diese Formel hält die SpOn-Kolumnistin Ferda Ataman all jenen entgegen, die sie aufgrund ihres Namens und ihrer dunklen Haare nach ihrer Herkunft fragen, so Dominik Fürst. In ihrer gleichnamigen Streitschrift rechnet sie mit der angstbeladenen, kleinkarierten und schizophrenen Migrationspolitik der Bundesregierung und dem von "völkischem Ballast" geprägten Selbstverständnis einer Gesellschaft ab, die noch immer Zugehörigkeit über Aussehen und Heimat über Abschottung definiert, fasst der Rezensent zusammen. Auch wenn die Autorin durchaus Genervtheit und Schärfe an den Tag lege, versichert Fürst, mache eine augenzwinkernde Lockerheit die Lektüre "durchaus vergnüglich".
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