Im Zuge der Globalisierung hat die Thematik der islamischen Zuwanderung ein neues Ausmaß erreicht. Aus armen, überbevölkerten Regionen hat sich eine Wanderungsbewegung in Gang gesetzt, die auch Vertreter politischer Bewegungen nach Deutschland bringt. Von solchen Gruppen ging in Deutschland die Vorbereitung für die Terrorattentate in den USA aus. Bassam Tibi plädiert für eine Einwanderungspolitik, die Ausländer auch mittels einer demokratischen Bürgeridentität integriert. Die Attentäter, die den Anschlag auf das World Trade Center verübt haben, waren nicht integriert, sonst hätten sie keine anti-westlichen Einstellungen ausgebildet. Integration ist, so Tibi, mehr als eine verordnete Rhetorik der Fremdenliebe.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 12.06.2004
Nicht wirklich überzeugt zeigt sich Rezensent Volker S. Stahr von Bassam Tibis Buch "Islamische Zuwanderung", das er im Rahmen einer Mehrfachrezension von Publikationen zum Thema Islam in Deutschland bespricht. Zwar hält er dem Autor einen untadeligen, akribischen Umgang mit den Fakten zu Gute sowie einige "kluge Überlegungen" zu falschen Rücksichtnahmen auf Muslime oder zur unterschätzten Anpassungsfähigkeit des Islam. Aber Tibi tränke sein Buch mit einem Konzept, wie mit Muslimen umzugehen sei, kritisiert Stahr. Ein Punkt übrigens, in dem sich Tibi etwa mit Rolf Stolz' Meinung treffe, Zuwanderungspolitik müsse unideologisch und an den Lebensinteressen der Deutschen orientiert sein. Allerdings begreife Tibi dies nicht als Sanktion, sondern als Hilfe zur Integration in eine "europäische Leitkultur". Auch dass Tibis Buch nur so vor "Selbstbezogenheit und Selbstempfehlungen" trieft, hat Stahr nicht gerade gefallen. Das Fazit des Rezensenten: "Trotz gelehrter Verpackung nahe am Stammtisch".
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