Wachstum ist immer noch das wichtigste Ziel der Wirtschaftspolitik. Der Wirtschaftsjournalismus spielte in Deutschland eine zentrale Rolle dabei, Wachstum als politischen Leitbegriff einzuführen. Und bis heute verteidigt er dieses längst sehr fragwürdige Paradigma.
Die Ursprünge der Symbiose von Wachstumspolitik und Wirtschaftsjournalismus - ermöglicht durch einen grundlegenden Wandel des ökonomischen Denkens - sind bis in die krisengeschüttelten 1920er Jahre zurückzuverfolgen. Der Durchbruch des Wachstumsparadigmas in der Wirtschaftspresse erfolgte dann in den ersten drei Nachkriegsjahrzehnten, wie Ferdinand Knauß anhand einer umfassenden Analyse der wirtschaftspolitischen Meinungsbeiträge in der Zeit, im Spiegel und in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung zeigt.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 05.12.2016
Sehr lesenswert findet Felix Ekardt das Buch des Journalisten Ferdinand Knauß, das den Anteil des Wirtschaftsjournalismus am Erfolg des Wachstumsdenkens zu bemessen versucht. Was der Autor aus den Archiven der Printmedien zutage fördert, zeigt Ekardt, wie sich mittels Geschichtsvergessenheit und durch die Mathematisierung der Ökonomie zeitgleich in der Wirtschaftswissenschaft, der Politik und der Presse der Wunsch nach mehr Wohlstand in den Glauben ans BIP verwandelte. Dass der Autor die Idee der Wohlfahrtssteigerung und des Fortschritts nicht bis zur Aufklärung mit Smith, Hume und Hobbes und bis in die Geschichte des Christentums zurückverfolgt, findet der Rezensent allerdings schade.
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