Was macht das BIP? Wohl und Wehe unserer Republik scheinen von diesem Kürzel abzuhängen: Das Bruttoinlandsprodukt ist die heilige Kuh der herrschenden Ökonomie. Seit Jahren gilt es als der Indikator für Wirtschaftskraft und Wohlstand dabei ist es blind für so vieles, was unser Leben bereichert: ehrenamtliche Leistungen, gesunde Umwelt, gerechte Chancen für kommende Generationen. Dass das zu kurz greift, erkennt inzwischen auch die Politik: Großbritannien will einen "Glücksindikator" einführen, Frankreich forderte beim G20-Gipfel ein neues Bewertungssystem und der Deutsche Bundestag setzte gerade eine Enquete-Kommission zur Entwicklung eines neuen Indikators ein. In diese hochaktuelle Diskussion bringen Hans Diefenbacher und Roland Zieschank den "Nationalen Wohlfahrtsindex" ein weil gutes Leben mehr bedeutet als viel Geld.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 05.09.2011
Positiv hat Jens Jürgen Korff dieses Buch von Hans Diefenbacher und Roland Zieschank über Alternativen zum Bruttoinlandsprodukt (BIP) als maßgeblichen Wohlstandsindex aufgenommen. Er attestiert den beiden Autoren, Volkswirt der eine, Umweltexperte der andere, die komplexe internationalen Diskussion über das Thema verständlich zusammenzufassen. Auch die kritische Auseinandersetzung mit dem BIP findet er plausibel. Die Autoren zeigen für ihn die Schwächen dieser Messmethode auf und erläutern, wie diese zu einem verzerrten Blick auf die Wirklichkeit führt. Dagegen setzten die Autoren auf einen Nationalen Wohlfahrts-Index (NWI), der auch unbezahlte Leistungen durch Hausarbeit, Ehrenamt sowie staatliche Ausgaben für Bildung und Gesundheit einbezieht. Fraglich scheint Korff allerdings, ob dieser NWI wirklich zu "neuen Einsichten in Struktur und Perspektiven der Wirtschaft" beitragen wird.
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