Von einem Freund befragt, gibt "ein großer Händler und ehemaliger Schieber" Auskunft über seinen Aufstieg vom einfachen Arbeiter zum wohlhabenden Bankier. Laufzeit 86 Minuten. Gelesen von Hanns Zischler. Aber auch über seine anarchistische Gesinnung, die er nie aufgegeben hat. Mit verblüffend schlüssiger Logik legt er seinem fassungslosen Zuhörer dar, dass diesem Aufstieg eine anarchistische Methode zugrunde liegt: "Geld zu erwerben, es in so großer Menge zu erwerben, dass sein Einfluss nicht mehr spürbar werden konnte." Der einzig logische Schluss kann denn auch nur lauten: Der wahre Anarchist muss Bankier werden, der wahre Bankier ist konsequenter Anarchist.
Rezensionsnotiz zu
Die Tageszeitung, 25.11.2006
Als "ruhig dahinfließend" beschreibt Ines Kappert den Vortrag von Hanns Zischler, genau richtig zum konzentrierten Ausräumen der Geschirrspülmaschine. Findig und raffiniert findet Kappert die Geschichte selbst, in der Pessoa Anarchismus und Kapitalismus vereint: Der Anarchist will möglichst frei sein, also muss er möglichst egoistisch agieren. Und was ist egoistischer als reich zu werden? Durch die rücksichtslose Anhäufung von Kapital wird dieses nun nebenbei moralisch entwertet. Alles klar?
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