Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 24.02.2000
Kersten Knapp liebt das Buch und schätzt den Autor, "ein Meister der Ironie und des Slapsticks". Aber wie ein eifersüchtiger Liebhaber nimmt er Tomeo erst Mal gegen seine Verehrer in Schutz, die seine absurden Geschichten in die düstere Tradition Kafkas stellten: Tomeo locke den Leser eben gern auf eine falsche Fährte. In Wirklichkeit nehme er "die bleischwere Symbowelt" Kafkas "augenzwinkend" auseinander, beharrt Knapp. Auch der närrische Poet in dieser Geschichte, dem legendären Franz von Assisi nachempfunden, kokettiere "in seinen lichten Momenten" mit seinem Wahn und führe imaginäre Interviews mit Tieren, "die ironischer nicht sein könnten". Wenn er sich über die Kälte beklagt, darf man das nicht wörtlich nehmen, so Knapp. Wer im Dezember so tut, als sei schon Mai, müsse eben frieren. Das sei gerade das wunderbare an Tomeo: Auch ein sympathischer Narr bleibt ein Narr.
Robert Seethaler: Die Straße Die Straße ist nicht im Zentrum der Stadt und nicht an ihrem Rand. Versteckt liegt sie irgendwo dazwischen. Kein Besucher würde sich dorthin verirren, und doch passiert in… Nelio Biedermann: Lázár Alles beginnt, sogar das Ende, als Lajos von Lázár, das blonde Kind mit den wasserblauen Augen, zur Welt kommt. Seinem Vater, dem Baron, wird der Sohn nie geheuer sein, als… Lukas Rietzschel: Sanditz Ein imposantes Bild der deutschen Gesellschaft - von der DDR bis in die GegenwartSanditz, eine Kleinstadt am Rande der Republik. Hier leben alte Offiziere, Bürgerrechtler,… Elizabeth Strout: Erzähl mir alles Aus dem Englischen von Sabine Roth. Elizabeth Strout kehrt zurück in die Küstenstadt Crosby in Maine - zu ihren Heldinnen Lucy Barton und Olive Kitteridge. Es ist Herbst…