Heinrich Detering, Günter Grass

In letzter Zeit

Ein Gespräch im Herbst
Cover: In letzter Zeit
Steidl Verlag, Göttingen 2017
ISBN 9783958292932
Gebunden, 128 Seiten, 14,00 EUR

Klappentext

"Die Idee war sehr einfach. Wir wollten ein langes Gespräch führen (und aufzeichnen), in derselben Weise, in der wir das im Laufe der Zeit in der Werkstatt in Behlendorf öfter getan hatten, wenn wir uns beim Tee und von Pfeifenrauch umhüllt über die Brüder Grimm und Andersen unterhielten, die neuen Radierungen zu den alten Hundejahren anschauten und Zeichnungen von der jüngsten Reise nach Møn, ohne dass uns Zeitdruck oder Moderationspflichten disziplinierten. Wir wollten also ohne besondere Absichten und Themenvorgaben reden, geleitet lediglich von dem gemeinsamen Wunsch, der Reduktion des Dichters Grass auf die Figur eines politischen Kommentators zu entkommen - zu der er selbst mehr als gewollt beigetragen hatte - und von seinem Werk zu sprechen, das Märchenhaftes und Phantastisches, Kunst-Lust und Spielfreude mit einer dezidiert politischen Zeitwahrnehmung verband." Heinrich Detering

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 14.09.2017

Rezensent Oliver Jungen bekommt noch einmal den ganzen Grass in diesem Gesprächsband. Was der Germanist Heinrich Detering in zwei Interviews aus dem Jahr 2014 aus Günter Grass herausholt, passt für ihn ins Bild: Grass als nachdenklicher, erinnerungsstarker, aber auch uneinsichtig bärbeißiger Zeitgenosse, der über analphabetische Akademiker und das Missverstehen seiner Person herzieht. Offenherzig findet Jungen den, wie er findet, durchaus kritisch gehaltenen Band in der Rückschau auf all die bekannten Grass-Debatten und auf poetologische Fragen und Momente des Autobiografischen in den Romanen.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 02.08.2017

Harry Nutt lauscht Günter Grass im Gespräch mit Heinrich Detering und begegnet dem bekannten knurrigen, widerspenstigen Grass. Darüber hinaus aber zeigen die Gespräche über das Werk des Schriftstellers und seinen literaturhistorischen Kontext laut Nutt auch einen verletzlicheren, nachdenklicheren Grass. Reizvoll findet der Rezensent gerade das Mäandernde des Gesprächs, zeigt es Grass doch noch einmal als aufmerksamen Zeitgenossen. Neben den Debatten, in die Grass im Lauf seines Lebens verwickelt war und zu denen er hier laut Nutt Nachträge liefert, ruft der Band dem Rezensenten den Künstler und Stilisten Grass in Erinnerung. Dass Detering nur als Stichwortgeber fungiert, als sympathisierender zudem, scheint Nutt nicht zu stören.

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