Vom palumbischen Dschungel ins Berlin der 1930er-Jahre! Der große Naturforscher Alexander von Humboldt entdeckt auf seiner berühmten Südamerika-Reise als erster das Marsupilami. Und so beginnt für das schwarz-gelb gefleckte Wunderwesen nicht nur ein Abenteuer, das ins Berlin der 1930er-Jahre führt, sondern auch eine unvergessliche Freundschaft. Nach dem großen Erfolg von Flix' "Spirou in Berlin" nimmt sich der bekannte deutsche Zeichner nun eines weiteren großen frankobelgischen Comicklassikers an: Flix zeichnet das Marsupilami und lässt das Wundertier Abenteuer im Berlin der Weimarer Republik erleben.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 25.10.2022
Es ist kaum möglich, die Handlung von Flix' Marsipulami-Comic zu resümieren, der in Anspielung auf den Historiker Michael Rothberg nicht weniger als ein Plädoyer für das "multidirektionale Erinnern" ist, wie uns der hier rezensierende Literaturwissenschaftler Stefan Börnchen aufklärt. In Ecuador findet Alexander von Humboldt eine Mumie, aus deren Mund ein "grünes animalisches Fluidum" strömt, ein Jaguarbaby, dem Humboldt verspricht, ihm zärtlich das Genick zu brechen, und ein Marsupilami, resümiert Börnchen sichtlich angetan. Die drei landen im Berliner Museum für Naturkunde, das Jaguarbaby ist inzwischen ausgestopft, aber das Marsupilamu kann sich im Jahr 1931 plötzlich befreien, um sich dann mit der siebenjährigen, in prekären Verhältnissen aufwachsenden Jüdin Mimmi Löwenstein anzufreunden. Mimmi und das Marsupilami erleben gemeinsam den aufkommenden Nationalsozialismus, von Flix mit Verweisen auf Art Spiegelmans Shoah-Comic "Maus" vorsichtig angedeutet, wie der Kritiker informiert. Wie Flix Holocaust und Kolonialgeschichte zusammenführt, scheint dem Rezensenten gut zu gefallen. Und die abschließende Verfolgungsjagd findet er ebenso meisterlich wie die Verweise auf Hergés Comic "Tim in Tibet".
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