Paul Zsolnay Verlag, Wien 2026
ISBN
9783552076211 Gebunden, 144 Seiten, 23,00
EUR
Klappentext
Elfriede Blauensteiner, bekannt als "schwarze Witwe", wurde Anfang 1996 verhaftet und später wegen mehrfachen Mordes an Pflegefällen und Partnern verurteilt. Hier spricht sie in einer dokumentarischen Selbstaufzeichnung. Was man hier liest, ist kein Roman, kein Krimi, sondern ein aufgeschriebenes Leben.Hier wird ausgesagt. Aus Protokollen, Gutachten, Auskünften entsteht ein Monolog, der uns zwingt, unsere Vorstellungen von Schuld, Gerechtigkeit und Empathie neu zu justieren. Natürlich geht es darin um Schuld, aber nicht im juristischen Sinn. Ja, diese Frau hat Menschen ermordet. Aber wer mit sieben Jahren weiß, dass die eigene Mutter den Tod des Kindes mehr ersehnt als seine Gesundung, der entwickelt keinen Sinn für Moral.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 30.01.2026
Rezensent Hannes Hintermeier liest mit gemischten Gefühlen, wie der Journalist Florian Klenk die dreifache Mörderin Elfriede Blauensteiner und ihre Giftmorde an Pflegebedürftigen einer Revision unterzieht. Wie ein Langgedicht fasst Klenk das Gesprächsprotokoll einer Gerichtspsychiaterin laut Hintermeier auf effektvolle Weise und so, dass Authentizität entsteht und die Geschichte einer von Armut und Gewalt geprägten Kindheit im Vorkriegswien. Für Hintermeier wird die Täterin zum Opfer, "das sie tatsächlich war". Trotz der Effekte, die der Autor kalkuliert, stimmt der Band den Rezensenten nachdenklich.
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk Kultur, 30.01.2026
Dass Geschichten von Mord und Totschlag nicht nur für True-Crime-Podcasts und die Boulevard-Presse interessant sind, sondern auch gesellschaftlich relevant sein können, beweist Florian Klenk mit seinem fiktionalisierenden Monolog der realen Mörderin Elfriede Blauensteier, erklärt Rezensent Benjamin Knödler. Mindestens drei Menschen, vor allem ältere Männer, hat Elfriede Blauensteiner ermordet. Für "Ausreden" hat der Journalist die Protokolle ihrer Aussagen analysiert und zu schlichten und dennoch eindringlichen und poetischen Versen verdichtet - Verse, die den Blick auf ein Leben freigeben, das von Armut, Gewalt und sozialer Kälte geprägt ist, lesen wir. Dass Klenks außergewöhnlicher Zugang zu dieser Geschichte nicht relativierend wirkt, ist seinem journalistischen Nachwort zu verdanken, indem er die Taten, Opfer und verstörenden Motive der Täterin klar benennt. Diese Täterin jedoch, das wird klar, ist auch das Produkt einer verrohten Gesellschaft, die der gegenwärtigen alarmierend ähnlich ist, so der Rezensent.
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