Florian Werner ergründet in seinem Porträt "Die Zunge" bekannte und unbekannte Facetten dieses Körperteils. Sprechen, Schmecken, Lecken, Küssen, Zeigen: Die menschliche Zunge ist der soziale Muskel schlechthin. Wer aber respektiert werden will, sollte sie im Zaum halten. Fast könnte man meinen, dass wir diesem Organ, das so zentral ist für unsere Weltbeziehung, misstrauen. Als wäre die Zunge ein Wesen mit eigenem Willen - unberechenbar wie die Schlange, die eine gespaltene Zunge hat."Die Zunge" beschreibt dieses Organ erstmals in seiner ganzen Komplexität: als Sprachinstrument und Geschmacksorgan, als erogene Zone und obszönes Zeichen, als Gegenstand von Literatur, Musik, Kunst, Film und Werbung. Florian Werner setzt diesem unterschätzten Körperteil endlich das Denkmal, das er verdient.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 10.11.2023
Rezensentin Kerstin Maria Pahl liest Florian Werners Buch über die Zunge mit gemischten Gefühlen. Einerseits findet sie das Thema spannend, die Zunge scheint ihr ein hinreichend vielseitiges Organ mit allerhand kulturellen, sozialen und politischen Implikationen zu sein, denen sich unterhaltsam nachspüren lässt. Andererseits treibt es der Autor ihr oft zu wild, so wenn er sich hinreißen lässt zu Spekulationen über die Zunge als roter Teppich zum Höllenschlund etc. Ob wir wirklich im Glossozän leben, möchte Pahl bezweifeln. Fesselnd ist die Zunge auch ohne solche Überhöhungen, findet sie.
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