Fouad Laroui

Die Leiden des letzten Sijilmassi

Roman
Cover: Die Leiden des letzten Sijilmassi
Merlin Verlag, Gifkendorf 2016
ISBN 9783875363227
Gebunden, 288 Seiten, 24,00 EUR

Klappentext

Aus dem Französischen von Christiane Kayser. Ingenieur Adam Sijilmassi hat bereits alles erreicht, wovon sich sein Großvater Hadj Maati im entlegenen Azemmour nie hätte träumen lassen: Ausgestattet mit den besten Diplomen internationaler Universitäten ist sein Weg als erfolgreiches Mitglied der feinen marokkanischen Elite vorgezeichnet. Schon winkt die Führungsposition in einem weltweit agierenden Industriekonzern. Doch dann passiert es. Auf dem Rückflug von einer Geschäftsreise in Asien überkommt es ihn hinterrücks: Was um Himmels Willen tut er da eigentlich, 30.000 Fuß über der Andamanen-See, in einer umweltverpestenden Blechbüchse, die mit 900 Stundenkilometern durch den Himmel rast? Und warum nur diese Eile? Bei der Landung in Casablanca hat Adam entschieden: er wird sein Leben grundsätzlich ändern.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 13.07.2017

Rezensentin Lerke von Saalfeld folgt dem tragischen Helden in Fouad Larouis Roman und stellt fest, dass der Autor wieder sein Thema des Widerstreits zwischen den Kulturen, der Archaik Afrikas und der Moderne des Westens und die Wunden des Kolonialismus behandelt. Zeuge, wie der Held aus seinem Leben als erfolgreicher Ingenieur und Ehemann aussteigt, um sich mittels Philosophie, Religion und Literatur seiner Herkunft zuzuwenden und schließlich in "totaler Melancholie" in einer Sandhöhle zu enden, erkennt die Rezensentin den bitteren Hintergrund der Geschichte. Ähnlichkeiten zwischen der Figur und dem Autor sind durchaus beabsichtigt, meint Saalfeld.
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Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 20.12.2016

Reiner Wandler folgt Fouad Larouis Figur bei seiner komplexen Identitätssuche nach Marokko. Laarouis Protagonist arbeitet als Ingenieur bei einem multinationalen Konzern und ist wie die meisten Akademiker Nordafrikas vor allem in französischer und englischer Sprache gebildet. Wie nun arabisch-muslimische Wurzeln und westliche Bildung die Menschen in den ehemaligen französischen Kolonien geprägt haben, kann der Rezensent anhand von Larouis' "gekonnter" Analyse nachvollziehen. Dass der Autor seinen Roman über die Verstrickung seines Helden in eine derartige gesellschaftliche Dynamik zwischen tragischer Komödie und Satire anlegt, erscheint Wandler passend. Wie in den Gedanken der Figur westliche Philosophen und alte marokkanische Autoren miteinander ins Gespräch kommen, findet Wandler inspirierend.
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