Aus dem Portugiesischen von Sabine Müller-Nordhoff. "Manchmal ist es schwer, dich anzusehen, denn du bist dem Himmel sehr nahe ? wie ein Vogel". Ein Satz, der auf einem Zettel steht, einem Liebesbrief, den Inspektor Filipe Castanheira in der Brieftasche von Rita Calado Gomes findet. Es ist der letzte Liebesbrief, den sie erhalten hat, denn am Strand der Azoreninsel São Miguel wurde ihre Leiche gefunden. Die Tote wird für ertrunken erklärt. Damit scheint der Fall abgeschlossen, wäre da nicht die Fotografie eines Mannes, die auf einem Kamerafilm von Rita Calado Gomes entdeckt wird. Denn, wie sich herausstellt, wurde dieser Mann, Rui Pedro Martim da Luz, ungefähr zeitgleich mit Ritas Tod an der Küste Galiciens erschossen. Jaime Ramos, für die Ermittlungen im Fall Rui Pedro Martim da Luz zuständig, und Filipe Castanheira entdecken hinter dieser Übereinstimmung eine überraschende Verbindung.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 21.08.2001
Ein Meer, zwei Tote. So fängt es an. Dass Kersten Knipp am Ende dieser "ausgeklügelten" Kriminalgeschichte überhaupt nur noch an den weiten Stränden Galiciens sterben möchte, liegt an den "bemerkenswerten literarischen Qualitäten" des Autors - an einem gemächlichen, an Simenon erinnernden Erzähltempo, an einer virtuos inszenierten sommerlichen Strandgeschichte, einem "Spiel von Stimmungen und Atmosphären", an Portugal sicher auch. Wenn Knipp bei der Lektüre den "stilvoll-abgegriffenen Topoi eines Reisekatalogs" begegnet, ist das also als Lob zu verstehen: "die Meereslandschaften ... als impressionistisch aufgelöste Form- und Farbenfluss über die Buchseiten ..." Das, denkt Knipp versonnen, hat etwas derart suggestiv Poetisches, dass man gern der Lösung des Falles harrt, und sei's bis zum Tod - irgendwo an den Stränden Galiciens.
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