Aus dem Portugiesischen von Barbara Mesquita. Nach einem abgebrochenen Studium arbeitet Maria in einer auf die Pleite zusteuernden mittelständischen Firma. Dem trostlosen Dasein in einem von Randgruppen - aus den ehemaligen Kolonien eingewanderten Schwarzen, gesellschaftlichen Absteigern und Kriminellen - bewohnten Vorort von Lissabon entflieht Maria mit Alkohol, Drogen und mit Sex.
Ihr afrikanischstämmiger Freund, ein Gigolo aus dem Slum, ist der Adressat ihrer E-Mails, den sie, wie sie irgendwann zur eigenen Überraschung feststellt, jedoch wirklich liebt. Doch er vertreibt sich seine Zeit hauptsächlich in einem Ferienort, wo er Urlauberinnen beglückt.
Die Entwicklungen in Marias Liebes- und Arbeitsleben spitzen sich zu, und als sie feststellt, dass der nach Hause zurückgekehrte Liebhaber auch in ihrer beider Bett seinen Broterwerb fortsetzt, hat sie endgültig die Nase voll von dem Leben, das sie führt.
Maria geht aufs Land und beschließt, ihren Unterhalt künftig mit einer abgesägten Schrotflinte durch Überfälle auf illegale Firmen zu bestreiten, um sich so in dieser ungerechten Welt Gerechtigkeit zu verschaffen.
Vergesst das verträumte Portugal-Bild und dreht den "Gangsta-Rap" laut, ruft Rezensent Marko Martin den Lesern zu. Denn in Ricardo Adolfos neuem Roman wird nicht nur sprachlich scharf geschossen, versichert der Kritiker, der hier der mit der "furiosen" Maria und ihrer Schrotflinte durch Lissabon streift, sich bestens mit ihren wunderbar politisch inkorrekten E-Mails an ihre Exfreunde vergnügt und staunt, wie präzise und beobachtungsreich Maria trotz des "Hammer-auf-Amboss-Palavers" die sozialen Missstände der portugiesischen Alltagswelt beschreibt. Diese "brachiale" Heldin wird man so schnell nicht vergessen, verspricht der Rezensent.
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