Francois Dubet

Ungerechtigkeiten

Zum subjektiven Ungerechtigkeitsempfinden am Arbeitsplatz
Cover: Ungerechtigkeiten
Hamburger Edition, Hamburg 2008
ISBN 9783936096941
Gebunden, 516 Seiten, 38,00 EUR

Klappentext

Aus dem Französischen von Thomas Laugstien. Der französische Soziologe François Dubet befragte in einer groß angelegten empirischen Studie Menschen aus unterschiedlichen Berufen - Landwirte, Lehrer, Krankenhauspersonal, leitende Angestellte, Dozenten oder Taxifahrer - nach ihrem subjektiven Empfinden von Ungerechtigkeiten am Arbeitsplatz. Seine Untersuchung beantwortet eine zentrale Frage, die unser Alltagsleben und unsere öffentlichen Debatten beherrscht: Welche in der Arbeitswelt auftretenden Ungleichheiten werden für ungerecht gehalten?

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 22.11.2008

Aufschlussreich scheint Rezensentin Barbara Dribbusch diese Untersuchung über das subjektive Erleben von Ungerechtigkeit, die Francois Dubet vorgelegt hat. Wie sie berichtet, hat der französische Soziologe über 1.000 Erwerbstätige - Arbeiter, Angestellte, Akademiker, Führungskräfte - nach ihrem Ungerechtigkeitsempfinden am Arbeitsplatz befragt. Die Annahme, das subjektive Ungerechtigkeitsempfinden hänge von der Klassenzugehörigkeit ab, bestätigt sich laut Dribbusch dabei nicht. Vielmehr kann Dubet ihres Erachtens die entscheidende Rolle der konkreten Lebenswelt und der persönlichen Lebenslagen für das Ungerechtigkeitsempfinden nachweisen. Sie hebt die Ansicht des Autors hervor, eine "gute Gesellschaft" gebe den Individuen die Möglichkeit, sich "gegen die destruktiven Wirkungen der Ungerechtigkeiten zur Wehr zu setzen" (Dubet).

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 14.10.2008

Vielschichtig, gelungen und eine Fülle an Ergebnissen präsentierend ist Rolf Wiggershaus zufolge die empirische Studie des französischen Soziologen Francois Dubet und seines Teams, die den Spieß umgedreht haben und statt nach der gesellschaftlich anerkannten Erschaffung von Arbeitsplätzen nach den Arbeitsbedingungen, genauer nach den Ungerechtigkeitserfahrungen fragen. Die in Südfrankreich in den Jahren 2003/2004 entstandene Untersuchung geht auf Einzel- und Gruppengespräche sowie Fragebögen zurück und rückt "hohl gewordene Begriffe wie Gleichheit, Freiheit und Autonomie" wieder ins Alltagsgeschehen, wobei ihr der Brückenschlag zwischen theoretischer Auslegung und angewandter Feldforschung gelingt, wie sich Wiggershaus freut. Die Wissenschaftler haben unter anderem herausgefunden, dass anstelle der "Klassenerfahrung" die "Kastenerfahrung" getreten ist, wie der Rezensent den Verfasser zitiert: "Man wird in einer demokratischen Welt aristokratisch behandelt".

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 09.10.2008

Ausgesprochen brauchbar findet Rezensent Kolja Rudzio dieses Buch, bietet es ihm doch ein recht anschauliches und Verständnis weckendes Bild von der Unterschiedlichkeit der Gerechtigkeitskonzepte in der Arbeitswelt. Und für den "unauflösbaren Zielkonflikt" zwischen den drei Grundprinzipien des von ihm untersuchten Gerechtigkeitsbegriffs, der "Gleichheit", dem "Leistungsprinzip" und der "Autonomie". Auch freut sich der Rezensent über die ihm von dieser Publikation vermittelte Einsicht, dass die "gute Gesellschaft" nicht die gerechte, sondern die am wenigsten ungerechte sei.

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