Aus dem Englischen von Hartmut Schickert. Sind Fußballfans nicht wie eine Horde wild gewordener Affen? Erinnert manch cholerischer Chef nicht an einen wütenden Gorilla? Frans de Waal, der den Menschen irgendwo zwischen den sanften Bonobos und den aggressiven Schimpansen ansiedelt, beweist im direkten Vergleich zwischen Primaten, Managern und Politikern, dass das menschliche Verhalten im Grunde evolutionär bestimmten Schemata folgt. Ob es um Macht geht, um Gewalt oder Zuneigung: Der Mensch kann seine Verwandtschaft mit den Primaten nicht verleugnen. Eine unterhaltsame und kluge Erklärung, warum wir so sind, wie wir sind.
Rezensionsnotiz zu
Die Zeit, 07.12.2006
Nichts Menschliches ist dem Primatologen Frans de Waal fremd, konstatiert Gabriele Killert nach der Lektüre seines neuen Buchs über die Ähnlichkeit des Menschen mit den Affen. Die Beobachtungen des Affenforschers scheinen Killert überaus interessant. Mit Vergnügen hat sie de Waals Beschreibung des Verhaltens der machtversessenen Schimpansen und der altruistischen Bonobos sowie seine Rückschlüsse auf die bipolare Natur des Menschen verfolgt. Allerdings stellt sie sich die Frage, ob de Waal die Unterschiede zwischen beiden Affenarten nicht etwas zu stark akzentuiert, um die Zerrissenheit und die Ambivalenz des Menschen in besonders dramatischen Licht erscheinen zu lassen. Zweifelhaft erscheint ihr auch de Waals Vertrauen, wir könnten aus dem Verhalten der Affen etwas lernen, wo wir schon nicht in der Lage seien aus der Geschichte zu lernen.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 31.10.2006
Gemischte Gefühle hat dieses Buch des Primatenforschers Frans de Waal bei Rezensent Burkhard Müller ausgelöst. Außerordentlich aufschlussreiches Material über die Entstehung menschlicher Moral sollte man sich nach Ansicht Müllers hier nicht erwarten. Skeptisch betrachtet er die von de Waal vorgenommene Ausdehnung von Beobachtungen äffischen Verhaltens auf das menschliche Sozialverhalten. Andererseits bietet das Buch viele Passagen, die ihm recht gut gefallen haben. Etwa die über den bösen Schimpansen Yeroen, ein gestürztes Alpha-Tier, das für mehrere Todesfälle im Arnheimer Affenhaus verantwortlich ist. Außerdem hält Müller de Waal nicht nur für einen guten Verhaltensforscher, sondern auch für einen guten Erzähler mit Humor, dessen Anekdoten die Lektüre zumindest vergnüglich gestalten.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 04.10.2006
Bestens unterhalten hat sich Joachim Müller-Jung bei der Lektüre von Frans de Waals' Buch "Der Affe in uns" - auch wenn er mit vielen Schlussfolgerungen des Primatologen nicht einverstanden ist. Überaus anschaulich findet er die vom Autor geschilderten Beobachtungen von Affengesellschaften, die sowohl Eigenschaften wie Empathie und soziale Intelligenz als auch Bosheit und Konkurrenz aufweisen. Zwischen diesen Eigenschaften, Kooperationsgeist und Konkurrenz, sehe der Autor auch die bipolare menschliche Natur aufspannt. Die zahlreichen Analogien, die de Waal von hier zum menschlichen Verhalten der Gegenwart zieht, können Müller-Jung allerdings nicht überzeugen. Er kritisiert sie als konstruiert und ohne empirische Belege. Der Affe scheint ihm hier wieder einmal zu einer Projektionsfläche des Menschen zu werden. Zu einem besseren Verständnis der menschlichen Psychogenese trägt dies seines Erachtens kaum etwas bei.
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