Die von Franz Xaver Kroetz bisher (bis auf eine, die er seiner Frau Marie Theres für ihre Internetseite widmete) unveröffentlichten Stories sind in der Tat ziemlich ungewaschen. Direkt und brillant wird der wunde Punkt im Leben eines Künstlers umkreist und von allen Seiten und in allen Lebenslagen beleuchtet, nämlich die täglich wiederkehrende Qual des Schriftstellers, das leere Blatt zu füllen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 31.05.2006
So langsam glaubt "um" an die Unsterblichkeit von Franz Xaver Kroetz, der einfach nie endgültig von der Bildfläche verschwindet, sondern immer wieder kommt. Was Kroetz zum Wohlgefallen des Rezensenten aus der vergangenen Schaffenspause mitbringt, ist eine ironische Distanz zum eigenen Ego und den Wehwehchen in die Jahre gekommener Schriftsteller. Darum geht es auch in den Prosatexten, die eben nicht nur "herrlich selbsironisch", sondern auch gekonnt konstruiert und formuliert daherkommen. Die Stücke über die weltweiten Eskapaden imaginierter Kollegen im vorgerückten Alter lassen für den amüsierten Rezensenten nur einen Schluss zu: "Überall ist München-Pasing". Und damit scheint er durchaus einverstanden zu sein.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 03.03.2006
Nicht besonders aufregend findet Rezensent Christopher Schmidt diese fünfzehn "ungewaschenen Stories", mit denen sich Franz Xaver Kroetz zurückmeldet. Ihm erscheinen Kroetz? Geschichten eher medioker und so bringt er "Blut & Bier" auf den lakonischen Nenner: "Viel Bier getrunken, selten Blut geleckt." Kroetz schildert die Alltagsqualen eines Künstlers, der unter der Doppelexistenz als Familienvater und Schriftsteller leidet. Die Tatsache, dass Kroetz die Welt nur noch als "Taschentheater" beschreibt, lässt Schmidt schließen, dass sich der Dichter für die meisten Themen einfach nur noch wenig interessiert. "Das Große und Ganze", kommentiert der Rezensent, "lenkt nur ab von den kleinen Halbheiten der dichterischen 'Allnacht?, schlaflos schreibimpotente Mahnwachen vorm leeren Blatt Papier."
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