Klappentext

Alexander Gansebohn ist mit Marie verheiratet, verliebt ist er jedoch in Dunja. Als er wieder einmal erst im Morgengrauen nach Hause kommt, stürzt sich Marie samt der Kinder aus dem Fenster. Doch auch Dunja will nichts mehr von ihm wissen. Er beginnt eine groteske Tour de force durch Wien, ehe er nach Jerusalem reist, um Terrorist zu werden. Doch nicht der Hass ereilt ihn dort, sondern die Liebe.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 29.12.2007

Rezensent Samuel Moser empfand Franzobels neuen Roman als Geschmacksverirrung auf der ganzen Linie, der ihn nicht nur durch diverse stilistische Fehlgriffe, sondern insbesondere durch den Lärm abstieß, der hier verursacht wird. Den Rezensenten stört so ziemlich alles an dieser überdreht konstruierten "Mischung von Pornografie und Blasphemie": der unglaubwürdige Plot, dessen "selbstgefälliger, nichts auslassender Einfallsreichtum", der zum Leidwesen Mosers keinen Kalauer auslässt, krampfhaft um Originalität bemühte Sprachbilder und pubertäres Wortgeklimper. Immer wieder bemüht sich der Rezensent um einigermaßen seriöse Inhalts- und Figurenskizzen aus Franzobels Roman, findet aber selbst in den Figuren kaum mehr als kalkuliert überzeichnete und "auf die Schnelle psychologisierend unterfütterte Chargen". Am Ende aber kann er nur "konsterniert" den Kopf über diesen selbstgefälligen Schwank schütteln.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 19.11.2007

Oliver Jungen dröhnt der Kopf. Nur gut, dass er die dem Helden aufgetragene "Reise ans Ende der Vernunft" nicht selber bewältigen muss. Ein Buch kann man ja weglegen. Und kann auf bessere Zeiten des Autors hoffen. Dass Franzobel nämlich anders kann, da ist Jungen sich sicher. Hier aber wird der Vorteil, einen Franzobel-Plot ausnahmsweise wiedergeben zu können, dadurch hinfällig, dass er dem Rezensenten einfach zu trivial erscheint, "kitschig und bemüht". Ein "hingerülpster Groschenroman", schimpft Jungen und empfindet das Buch scheinbar als persönliche Beleidigung: als "Fuck-Finger" des Autors sozusagen.
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Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 08.11.2007

Als "schrill instrumentierte Wiener Groteske um Liebe, Sex und Gewalt" und "skurrilen Reigen" beschreibt Rezensent Michael Kohtes Franzobels neues Buch. Allerdings scheint sich der Gefallen an diesem "gewaltpornografischen Kasperltheater", wo zwischen Mensch und Dogge gelegentlich nicht unterschieden wird, in Grenzen zu halten. Zwar räumt er gelegentliches Amüsement mit dieser, von anarchistischer Erzähllust" getriebenen Dekonstruktion des "romantischen Love-Dings" durchaus ein, empfindet aber letztlich das Fehlen von "gedanklicher Substanz" als Mangel. Für das Buch hingegen nimmt ihn ein, dass Franzobel zwar nichts Neues zum Thema zu sagen habe, das Alte aber bei ihm immerhin recht lustig klingt.