Albin, Albona, Alfred, Alban und ihr Vater Dzevat Zogaj werden im Herbst 2007 aus Österreich in den Kosovo abgeschoben. Die fünfzehnjährige Arigona, ihre Schwester bzw. Tochter, taucht unter, um der Abschiebung zu entgehen, droht mit Selbstmord; nach ihrem Auftauchen gewähren ihr und ihrer psychisch kranken Mutter der Pfarrer von Ungenach, dann der Baron von Frein Unterkunft. Politiker schalten sich ein, der Fall spaltet Österreich: Pfarrer Friedl sieht sich mit Kirchenaustritten konfrontiert, dem Baron werden tote Katzen vor die Tür geworfen. Auf der anderen Seite ergreifen Nachbarn und Freunde die Initiative. Eine wahre Geschichte, kein Märchen: Franzobel legt einen sachlichen, gleichwohl persönlichen Essay zum Thema Migration und Asyl vor sowie das Theaterstück "A Hetz oder Die letzten Tage der Menschlichkeit".
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 18.09.2009
Aus diesem Band tönen neben ein paar hübsch boshaften Ideen viel Larmoyanz und ohnmächtige Wut, meint Martin Lhotzky bedauernd. Dass Franzobel zu mehr befähigt ist, als zu dem hier abgedrucketen Essay, der angehängten szenischen Collage (über Migrantenschicksale im schönen Österreich) samt Epilog, weiß Lhotzky allerdings. Um so größer seine Enttäuschung angesichts der "billigen Pointen und Kalauer", ja "gefährlichen Entgleisungen" (so findet Lhotzky Vergleich von Menschen ohne Pass mit Juden im Nationalsozialismu) zu denen sich der Autor hinreißen lässt. Zorn, auch ein gerechter, findet Lhotzky, macht eben noch lange kein gutes Buch.
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