Steffen Mensching

Hausers Ausflug

Roman
Cover: Hausers Ausflug
Wallstein Verlag, Göttingen 2022
ISBN 9783835353053
Gebunden, 249 Seiten, 22,00 EUR

Klappentext

David Hauser, Geschäftsführer der Firma AIRDROP, findet sich plötzlich in einer wüstenähnlichen, kargen Gegend wieder. Wer will ihn loswerden?Geschäftsführer David Hauser erinnert sich nicht, wie er in die Box geraten ist. Was er weiß: Jemand will ihn loswerden. Seine Firma AIRDROP stellt sogenannte Rückführungsboxen her, in denen Asylbewerber, deren Aufenthaltsgenehmigung abgelehnt worden ist, mittels eigens hierfür entwickelter Flugzeuge in ihre Herkunftsregionen zurückbefördert werden.Kurz vor dem Abwurf kommt Hauser zu Bewusstsein und findet sich wenig später in einer kargen, wüstenähnlichen und doch bergigen Landschaft wieder, in fremder Kleidung und mit gefälschten Papieren. Wo ist er? Syrien? Afghanistan? Wie konnte er, ohne es bemerkt zu haben, in die Box gesteckt worden sein? Er weiß ja, dass nicht alle hinter seinen Unternehmungen stehen - ganz vorn dabei sein sich linken Idealen verschriebener Vater -, aber wer würde so weit gehen, ihn auf diese Weise auslöschen zu wollen?Schnell wird Hauser bewusst: Der in seiner Box mitgeführte Proviant wird nicht lange vorhalten. Doch bevor er Hitze und Hunger zum Trotz einen Überlebensplan schmieden kann, wird er angegriffen und überwältigt,

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 29.09.2022

Beschwingt, wenn auch nicht hundertprozentig überzeugt, kehrt Rezensentin Petra Ahne von diesem Ausflug zurück, der einen zynischen Unternehmer von Grund auf wandeln wird. Bei dem kleinen Roman scheint es sich um eine dystopischen Satire mit ziemlich aktuellem Hintergrund zu handeln. Er spielt im Jahr 2029. Deutschland ist zum Überdruss der Einheimischen voller ukrainischer Asylbewerber, die nicht in ihrem zur "neutralen Zone" erklärten Heimatland leben wollen. Der Unternehmer hat eine hochtechnisierte Kiste entworfen, mit der man Asylbewerber in ihrem Herkunftsland abwerfen kann, ohne dass sie körperlich zu Schaden kommen. Und in so einer Kiste landet er zur verdienten Strafe selbst. Die Rezensentin verrät das alles, auch dass der Roman am Ende seinen Schwung ein bisschen verliert. Aber sie hat sich offenbar alles in allem prächtig amüsiert.

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk, 03.09.2022

Steffen Menschings neuer Roman ist auf den ersten Blick das Gegenteil von seinem vorhergehenden Roman, stellt Rezensent Oliver Pfohlmann fest. Während sein 800 Seiten langer Wälzer "Schermanns Augen" in der Vergangenheit spiele und eine Vielzahl von Schicksalen behandle, biete sein neuer, kurzer Roman ein Einzelschicksal in der Zukunft: Es geht um einen skrupellosen Unternehmer mit der gewinnbringenden Geschäftsidee, abgeschobene Geflüchtete betäubt in einer fallschirmversehenen Aluminiumkapsel aus einem Flugzeug über ihrem Heimatland abzuwerfen - bis er plötzlich selbst zum Opfer seiner Methode wird. Was der Roman mit seinem Vorgänger jedoch gemeinsam habe, und das ist für Pfohlmann auch das Spannende am Roman, ist die Konfrontation mit Extremsituationen: Wie der Protagonist auf sich allein gestellt durch die karge Landschaft irrt, dabei an die Grenzen seines kapitalistischen Weltbildes gerät und sich in seinen Reflexionen fortwährend "selbst entlarvt", findet der Kritiker lesenswert genug, um über den eher "holprigen" Plot hinwegzusehen.

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