Fridolin Schley

Verloren, mein Vater

Roman
Cover: Verloren, mein Vater
C.H. Beck Verlag, München 2001
ISBN 9783406471292
Gebunden, 237 Seiten, 19,50 EUR

Klappentext

Mit "Verloren, mein Vater" legt Fridolin Schley seinen Debütroman vor: der Erzähler, Peter, Anfang zwanzig und Student der Medizin, blickt auf seine Familie - Schwester, Eltern und die Verwandtschaft -, um im Leben und in der Welt den richtigen Platz, die richtige Position für sich selbst zu finden. Auslöser für diese Neuorientierung ist das plötzliche und mysteriöse Verschwinden des Vaters: von einer seiner Dienstreisen als Fotograf kehrt er nicht mehr nach Hause zurück. Niemand weiß, wo er steckt und warum er verschwunden ist. Nur eines steht fest: er lebt, denn in unregelmäßigen Abständen schickt er verschwommene, rätselhafte Fotos an seinen Sohn.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 13.06.2001

"Man könnte diesen Roman eine Inversion der zum Klischee gewordenen Verstörungsliteratur nennen", schreibt Michael Angele in seiner selbst etwas eigenwillig formulierten Rezension. Allzu viel erwartet hat er von dem Debüt des 1976 geborenen Fridolin Schley eher nicht, berichtet der Rezensent, denn schließlich hat der Autor an einem "Studiengang für Creativ Writing" teilgenommen - für Angele Anlass zur Vermutung, das Werk könne sich literarisch von einem "natürlichen Schreiber" in etwa so unterscheiden wie eine Gentomate von der Frucht aus dem eigenen Anbau. Die eher niedrige Erwartungshaltung des Rezensenten hat sich aber nicht erfüllt. Schley ist für ihn besser als sein Ruf. Die Familiengeschichte nimmt ein gutes Ende, Entfremdung und Verstörung werden aufgehoben, informiert Angele. Wie viel Anteil am Plot das Schreibbüro hat und wie viel die Autobiografie von Schley, hat Angele nicht herausfinden können. Die Gentomate nimmt er jedenfalls zurück. Aber eine Tomate aus dem eigenen Garten will er auch nicht geschmeckt haben.
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Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 08.03.2001

Ein beeindruckendes Debüt, meint der Rezensent. Leider lässt uns Bruno Steiger mit diesem Urteil etwas allein. Zwar weiß er immerhin den einen Grund für sein Lob anzugeben - den eigentümlichen Stereoton des Erzählers, der sich in einen "weisen alten und einen nicht minder abgeklärten jungen Mann" aufzuspalten scheint -, was nun aber genau so beeindruckend ausgereift ist an dieser Prosa, erfahren wir in seiner Besprechung nicht. Der Inhalt des Romans jedenfalls kann es nicht sein, den nämlich beschreibt der Rezensent als einen "wehmütig-heiteren Familienbericht, der den Leser nicht ohne eine letzte tiefe Weisheit entlässt". Und wer will so was schon lesen?
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