Eine Reise in die erstaunliche Welt des Wartens: Wir warten auf die große Liebe, eine Schriftstellerin wartet auf die nächste Romanidee, eine Schwangere auf ihr erstes Kind, ein junger Mensch auf das lebensrettende Organ. Jedes Warten hat seine Geschichte. Friederike Gräff ergründet, was dieser Zustand in uns auslöst. Sie steigt in die Tiefen des Wartens hinab und kommt heraus in einer schnelllebigen Gegenwart, die die Vorzüge des Wartens aus den Augen verloren hat. Ihre vielstimmige Erkundung ermutigt uns, Warteräume zu schaffen und sie selbstbestimmt zu nutzen.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 22.03.2014
Die taz-Redakteurin Friederike Gräff hat ein kleines, aber ausgezeichnetes Buch über das "Warten" geschrieben, notiert Rezensent Hinrich Claussen ganz begeistert. Er erfährt hier, dass das Warten fast gänzlich aus dem öffentlichen Erscheinungsbild verschwunden ist - auch wenn es der "Psychohygiene" als Loslassen von unmittelbarer Bedürfnisbefriedigung oder Möglichkeit für spontanes Erleben durchaus dienlich sein könnte. Claussen lobt auch das Einfühlungsvermögen, die Tiefgründigkeit und Leichthändigkeit mit denen die Autorin etwa eine Schauspielerin über das Warten auf Rollen oder eine Partnervermittlerin über das Warten auf die Liebe befragt. Vor allem lernt der Kritiker hier aber eine wunderschöne Wendung, die das Verhältnis des heutigen Menschen zur Religion umschreibe: Gräff spreche hier vom "zögernden Geöffnetsein".
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