Park X Ullstein, Berlin 2026
ISBN
9783988160867 Gebunden, 160 Seiten, 20,00
EUR
Klappentext
22 Autor:innen erzählen von einem Ort, an dem Fremde zu Komplizinnen werden, an dem man sich Lippenstift borgt, über Liebeskummer spricht, lacht, trinkt, sich tröstet, gemeinsam durch die Nacht geht. Ein Ort, an dem das Leben spielt, reich an außergewöhnlichen Geschichten: Die Damentoilette. Ein Band, der vom spirit herausragender Stimmen getragen wird und Schwesternschaft feiert.
Nur drei Monate hat es gedauert, bis diese facettenreiche Anthologie über das Frauenklo vorliegt, nachdem Denis Scheck sich süffisant darüber ausgelassen hat, staunt Rezensentin Jolinde Hüchtker. Ein Ort zwischen Banalität und Existenz, zwischen Neid und Lust: Es geht in den 22 Texten auch um "Viren, Kotze, Heidegger, Lippenstift", resümiert Hüchtker ihre Eindrücke. Sie merkt den Texten durchaus an, dass einige mit heißer Nadel gestrickt wurden, aber liest besonders interessiert, wie etwa Nora Gantenbrink von Gerdi erzählt, die als Putzfrau ihre Rente aufstockt, oder dass Lin Hierses Heldin sich auf dem Klo in eine Bärin verwandelt und mit ihrem optischen Erscheinungsbild hadert. Auch den Text von Dana Vowinckel hebt sie hervor, die keine Liebeserklärung an die Damentoilette schreibt, sondern eine Bestandsaufnahme der patriarchalen Strömungen dort, die von kleinen Körperbewertungen bis zum heimlichen Anbringen von Kameras reichen. "Abwechslungsreiche Klolektüre im besten Sinne", schließt die Kritikerin.
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