Mit ca. 200 Duotone-Abbildungen. Auf den Spuren von Johann Gottfried Seume (1763-1810) und seinem Klassiker "Spaziergang nach Syrakus" reiste der Fotograf Fridhelm Volk von Grimma über Wien, Venedig und Neapel nach Sizilien. In stimmungshaften Schwarz-Weiß-Aufnahmen hielt er dabei die langsam sich verändernden Jahreszeiten, der Vegetationswechsel, die unterschiedlichen Landschaftsstriche, aber auch europäische Städte wie Prag, Wien oder Rom fest.
"Der Tod in Kurorten hat etwas Zweideutiges", schreibt der Rezensent Rolf Vollmann, weil sich natürlich kein Kurort unmissverständlich damit brüsten kann, dieser oder jener berühmte Mensch sei in seinen heiligen Thermen gestorben. Einer dieser Kurort-Toten, erklärt Vollmann, ist der Dichter und Wanderer Johann Gottfried Seume. Vollmann bemerkt, wie wenig man doch eigentlich von Seume weiß, abgesehen von seiner langen Wanderung nach Syrakus, über die er auch einen Bericht geschrieben hat. Der Fotograf Friedhelm Volk hat sich auf Seumes Spuren begeben, ist ihm "fotografierend nachgereist" wie Vollmann formuliert, "jahreszeitgleich". "Großartig" findet er, dass selbst die Gegenden, aus denen Seume schleunigst weg wollte, in Volks Fotografien "etwas Faszinierendes" haben.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 09.03.2002
Vor genau zweihundert Jahren hat sich Goethes Zeitgenosse Johann Gottfried Seume zu Fuß von Leipzig nach Sizilien begeben, sein Reisebericht machte ihn im Jahr darauf auf einen Schlag berühmt - und Fridhelm Volk ist ihm nun, die Kamera in der Hand, nachgereist. Die "strengen Schwarz-Weiß"-Fotos, die der Band, dem ein Katalogtext von Jörg Drews beigegeben ist, versammelt, versuchen nach Kristina Maidt-Zinke "im Gegenwärtigen das Dauernde zu suchen" - all die Schäden, die die Zivilisation seither angerichtet hat, bleiben dagegen bewusst ausgeblendet. Was man auf diese Weise erlebt, sei die "atmosphärische Essenz" einer vergangenen Zeit. Was Volk eingefangen hat, sind nicht die Strapazen der Wanderung, sondern die "Weite der Landschaft", die "Harmonie der Formen in Architektur und Skulptur" - und Menschen kommen in seinen Bildern überhaupt nicht vor. Das verleiht ihnen, so Maidt-Zinke sehr anerkennend, eine "grandiose Einsamkeit".
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