Der Verfasser analysiert anhand empirischer Befunde berufsbezogene Veränderungen im gesellschaftlichen Strukturzusammenhang. Gegenüber einer Forschungsperspektive, die sich an Tendenzen zur Einschränkung der Erwerbstätigkeit orientiert, vertritt Fürstenberg die These, daß sich die herkömmliche "Arbeitsgesellschaft" sozialkulturell als "Berufsgesellschaft" manifestiert. Sie befindet sich nicht im Zerfall, sondern in einem tiefgreifenden Transformationsprozeß. Er erfaßt nicht nur die institutionelle Rahmenordnung, sondern auch Prozesse der Statuszuweisung und der Vermittlung von Handlungskompetenz. Fürstenbergs Analysen und Interpretationen orientieren sich an folgenden Grundfragen: Wie wird Arbeit zum Beruf, d.h. wie entstehen berufliche Handlungsfelder? Wie erfolgt die Besetzung von Berufspositionen in diesen Handlungsfeldern, und wie wird berufliche Handlungskompetenz angeeignet? Wie prägt der Beruf Lebenslage und Lebensweg seines Trägers? Wie wirkt Berufsorientierung im gesellschaftlichen Spannungsfeld? Welche Struktureffekte werden durch berufsbezogene Handlungsstrategien bewirkt? In einem abschließenden Syntheseschritt fügt der Autor die Einzelbefunde zu einer Gesamtbild der Transformation der "Berufsgesellschaft" zusammen, die krisenhaft in die Zukunft hineinwirkt.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 22.01.2001
Claudia Bröll scheint dieses Buch nur bedingt für empfehlenswert zu halten. Thema ist - wie der Leser erfährt - die zunehmende Bedeutung der Berufsausbildung und -tätigkeit für die Bevölkerung. Gleichzeitig führe dies nach Fürstenberg zu einer Krise, weil die individuelle Vorstellung vom Berufsleben häufig nicht zu realisieren ist. Doch bevor der Leser bei diesem Punkt angelangt ist, muss er sich nach Bröll durch viele Seiten über "berufliche Handlungsfelder, berufliche Handlungskompetenz, berufsbezogene Handlungsorientierungen" und ähnliches kämpfen. Die Vorschläge des Autors zum Ausweg aus der Krise findet die Rezensentin am Ende auch nicht wirklich überraschend: mehr Chancengleichheit auf dem Arbeitsmarkt, "alternative Wege des Statuserwerbs" und ähnliche Ideen waren ihr bereits vor der Lektüre des Buchs bekannt. Außerdem bemängelt sie das Fehlen "praktischer Beispiele", die die Lesbarkeit des Bandes erhöht hätten.
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