"Über die Religion - Reden an die Gebildeten unter ihren Verächtern" ist einer der großen Texte sowohl der protestantischen Theologie als auch der Religionswissenschaft. Friedrich Schleiermacher hat ihn 1799, 1806 und 1821 in drei stark von einander abweichenden Fassungen publiziert. Im 19. Jahrhundert wurde vor allem die 3. Auflage rezipiert, während heute fast nur die 1. Auflage wahrgenommen wird. Die hier vorgelegte Studienausgabe ermöglicht eine vergleichende, synoptische Lektüre aller drei Fassungen - ein faszinierendes Dokument der theologischen und philosophischen Entwicklung Schleiermachers.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 01.12.2012
Höchst willkommen ist dem Pastor und Theologen Johann Hinrich Claussen diese Studienausgabe von Schleiermachers berühmtestem Buch. Zwar gibt es dicke, aber schwer handhabbare Gesamtausgaben für "vollbeamtete Leser" und auch schon einige Studienausgaben. Doch keine hatte die "einfach gute Idee", die verschiedenen Versionen des Textes gut nachvollziehbar, typografisch gar raffiniert im Zusammenhang zu präsentieren. Schleiermacher gab diese - nie gehaltenen - Reden nämlich dreimal heraus, einmal als jungtheologischer Gedankenstürmer im Geist der frühen Romantik, dann als gereifter Professor in Halle und als ehrwürdige Koryphäe in Berlin. Beobachten kann man so - von Ausgabe zu Ausgabe - ein "Nachdunkeln im Amt", das aber, so Claussen, kein Verrat an der frühen Emphase ist, sondern ein "Prozess der Klärung, der Ernüchterung, des Erwachsenwerdens".
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 09.10.2012
Friedrich Wilhelm Graf lobt diese Studienausgabe eines Kultbuches der modernen protestantischen Theologie für ihre Genauigkeit. Der Band, der alle drei Versionen von Schleiermachers Text, die Urausgabe von 1799 und die beiden vom Autor selbst korrigierten Ausgaben enthält und synoptisch erschließt, zeigt dem Rezensenten, wie sich der Prediger Schleiermacher von radikal subjektiver Religionstheorie hin zu moderateren religionspolitischen Vorstellungen bewegte. Die Kontinuitäten in Schleiermachers Programm und zugleich die textlichen Differenzen aufzuzeigen, scheint dem Rezensenten in religiös bewegten Zeiten ein probates Mittel, den Zusammenhang von individuellem Glauben und Humanität ins Gedächtnis zu rufen.
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