Konrad Stock legt eine theologische Enzyklopädie vor, die zum Studium der Theologie ebenso wie zur Pflege und zur Vertiefung der interdisziplinären Diskurse anleitet. In Fortschreibung der Ideen Friedrich Schleiermachers begründet der Autor die Einheit aller theologischer Disziplinen in der Ausrichtung auf die praktische Aufgabe, die Selbständigkeit des christlichen Lebens in seiner jeweiligen Gegenwart möglich zu machen. Zunächst entwirft er einen Begriff philosophischer Theologie, der die Grundsätze des Wesens des Christentums in reformatorischer Sicht innerhalb des theoretischen Rahmens von "Religion und Identität" darstellt. Seine Abhandlung mündet in eine Skizze theologischer Identität, die das persönliche Interesse und die Freude am theologischen Beruf beschreibt.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 19.04.2006
Angesichts der allgegenwärtigen Reformierung der Studiengänge, die wohl auch die Theologie ereilen wird, komme dieser Band "vielleicht zu spät", fürchtet Hermut Löhr. Konrad Stock setzt darin auf den "Zusammenhang" der theologischen Fächer und beschreibt eine Theologie, die sich in Bezugnahme auf Friedrich Schleiermacher für die Theologie als "positive Wissenschaft" stark macht und als Studienfach auf ein "kirchenleitendes Amt" vorbereiten soll, stellt der Rezensent klar. Dass Stock dabei quasi im Vorbeigehen auch so "manches auf selektiver Lektüre beruhende Missverständnis" die Lehre Schleiermachers betreffend ausräumt, freut Löhr besonders. In "klarer und eleganter Strukturierung" teilt Stock die Theologie in fünf Hauptfächer ein, wobei er durchaus Raum für "differenziertere Aufteilungen" lässt, stellt der Rezensent anerkennend fest. "Konsequent und mit Liebe" behandelt der Autor auch das Kirchenrecht, das mitunter als "abseitig" angesehen wird und widmet sich verschiedenen "Erscheinungsformen der Praktischen Theologie", die er nicht nur kritisch hinterfragt, sondern auch mit "erfrischend polemischen Bemerkungen" versieht, freut sich Löhr. Als "im besten Sinne protestantisch" lobt der Rezensent dieses Buch, weil es "Wissenschaft und Gesellschaft" als streitbares Gebiet versteht.
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