Er hat die Geschichte der Theologie nach dem Zweiten Weltkrieg in Deutschland geprägt wie kaum ein anderer. Das Werk keines lebenden deutschsprachigen Theologen ist international häufiger übersetzt als seines. Am 8. April feierte Jürgen Moltmann seinen 80. Geburtstag. Ein Anlass für ihn zurückzublicken. In dieser Autobiografie erzählt Jürgen Moltmann sein Leben von der Hamburger Jugend im "alternativen" Elternhaus bis zu den unvollendeten Vollendungen der Gegenwart und begeht noch einmal den Weg seines theologischen Werdens und Schaffens.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 07.10.2006
Als "Glaubenszeugnis" ist diese Autobiografie des berühmten Theologen aus Sicht von Rezensent Friedrich Wilhelm Graf geschrieben, und als solches für seinen Geschmack ein wenig zu unreflektiert geraten. Auch irritiert den Rezensenten die Nähe von Jürgen Moltmanns "konfessorischer Sprache" zu "klassisch pietistischen Zeugnissen". Graf vermisst außerdem ziemlich schmerzlich eine Distanz zur eigenen Person und eine Reflexion über einen an Irrtümern und Fehleinschätzungen nicht eben armen Lebensweg. Faszinierend fand Graf aber immer wieder die Einblicke, die ihm der Tübinger Theologe in diesem "reich bebilderten, Erzählbuch" in die früher noch heilere Welt der Universität Tübingen, das religiöse Leben im dörflichen Norddeutschland in den 50er Jahren sowie die "Wirrungen evangelischer Kirchenpolitik" gewährte. Besonders Jürgen Moltmanns intime Kenntnisse der Theologenszene fällt beim Rezensenten auf fruchtbaren Boden. Ansonsten bewegt sich dieses Erinnerungsbuch, dem Rezensenten zufolge auf der Basis von Tagebüchern, Schriftwechseln, Terminkalendern und "brüchigen Erinnerungen" entstanden, zu stark in der Gefahrenzone einer "sündhaften Selbstverabsolutierung" seines Autors.
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