Sommerzeit. Doch der politische Alltag im Berliner Kanzleramt ist kalt und herzlos. Ein gelangweilter Redenschreiber surft im Internet und lernt dort Frau Male kennen. Die Affäre ist anonym und hemmungslos. Die Hitze treibt aber auch andere seltsame Blüten: Die Gruppe Cookie & Co vertreibt sich die Zeit mit virtuellen Spielen, die zunehmend konkreter und gefährlicher wirken. Auch die Kanzlerin langweilt sich - obwohl Wahlen bevorstehen und es von den Geheimdiensten ernstzunehmende Hinweise auf mögliche terroristische Anschläge auf hochrangige deutsche Politiker gibt. Trotzdem planen einige Kabinettsmitglieder kurzfristig einen Ausflug in die Schweiz.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 29.01.2010
Ein Buch ohne Botschaft hat Oliver Jungen gelesen. Dass es sich bei Fritz H. Dinkelmanns Text um einen Roman handelt, möchte er nicht unterschreiben. Tatsächlich scheint es sich eher um brachial schmissiges Oberflächenkabarett zu handeln. Mit Sex, Gewalt und Karikatur wird jedenfalls nicht gespart, versichert Jungen. Auch stößt er weder auf übermäßig verschlüsseltes Personal (die bundesdeutsche Politprominenz ist blendend gut zu erkennen), noch auf nur eine Szene, die über sich hinausweist. Trotzdem: Der Rezensent bleibt geduldig. Weder von einem verulkten Sigmar Gabriel noch von Dinkelmanns Auslassungen über das Kanzlerindekollete lässt er sich aus der Reserve locken. Vielleicht liegt es ja daran, dass Merkel im großen ganzen doch gut wegkommt in diesem Buch.
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