Die Berliner Republik ist jung an Lebensjahren, doch alt in ihrem politischen Verhalten. Denn es sind die Denk- und Verhaltensmuster der alten Bundesrepublik, die erstaunlicherweise auch die Berliner Republik und ihr Führungspersonal dominieren.
Das Zuspätkommen der deutschen Bundeskanzler ist eine der bedeutendsten Kontinuitäten in der Geschichte der Bundesrepublik.
Die Analyse des Historikers Martin Rupps zeigt, dass in Deutschland zu spät kommende und zu spät gelöste Generationenkonflikte der verborgene Motor seiner politischen Entwicklung sind. Es ist ein ebenso überraschender wie erhellender Blick auf die Geschichte der Berliner Republik.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 21.08.2017
Cord Aschenbrenner hält Martin Rupps' These von der notorischen Überalterung der Kanzler und der Zirkusvorstellung ihrer Wahl für aufschlussreich. Tragend für ein ganzes Buch findet er sie aber nicht. Auch wenn der Autor mit Verve durchaus Bedenkenswertes schreibt und mit sprechenden Beispielen belegt, wie Aschenbrenner einräumt, ein Essay zum Thema hätte es auch getan, meint er.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 11.07.2017
Karl-Rudolf Korte fühlt sich von Martin Rupps Buch zum Widerspruch angeregt. Wenn der Autor für Amtszeitsbegrenzungen in der Politik plädiert, für Jugendquoten und Juniorabgeordnete, und die behäbigen Rekrutierungsvorgänge kritisiert, muss der Rezensent an die Altkanzler und ihre jeweilige Dämmerung denken. Das hat für Korte Erinnerungswert, liest sich leicht, aber wenn der Autor allzu generationsspezifisch argumentiert, geht der Rezensent nicht mit. Nicht das Alter allein macht einen Politiker zur Ausschussware, meint er.
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