Eckhard Fuhr

Wo wir uns finden

Die Berliner Republik als Vaterland
Cover: Wo wir uns finden
Berlin Verlag, Berlin 2005
ISBN 9783827005694
Kartoniert, 180 Seiten, 18,00 EUR

Klappentext

Eckhard Fuhr geht in diesem Essay der Frage nach, ob die innenpolitische Wende von 1998, der Machtwechsel von Helmut Kohl zu Gerhard Schröder, auch eine innere Erneuerung gebracht hat, einen Wechsel in der Selbstwahrnehmung der Deutschen. Er fragt, ob nicht auch der "andere" deutsche Sonderweg, das Leben im Schatten der Hitler'schen Traumata, an sein Ende gekommen ist.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 22.08.2005

Ulrike Ackermann lobt das Buch von Eckhard Fuhr zu einer veränderten "nationalen Identität" der Deutschen als "überaus anregenden Essay". In "luziden und gelassenen" Ausführungen beschreibe der Autor, wie sich in jüngster Zeit ein "verändertes Geschichtsbewusstsein" und ein "neuer Patriotismus" in der Bundesrepublik entwickelt hat, lobt die Rezensentin. Etwas überrascht ist sie lediglich von der "Polemik" zum Irak-Krieg, in der Fuhr den Amerikanern "Freiheits-Bolschewismus" vorwirft und sie findet es deshalb auch "pikant", dass der Autor in seinem "brillanten Kapitel" über den Sozialstaat "Freiheit" gegenüber "Sicherheit" den Vorzug gibt. Das Buch ist ein "Plädoyer für die Vaterlandsliebe", dessen Titel auf das bekannte "Abendlied im Sommer" mit der ersten Zeile "Kein schöner Land in dieser Zeit"anspielt, so die Rezensentin alles in allem sehr eingenommen.

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 03.03.2005

Als "Minderheitenvotum gegen den Verdrusskonsens" in Deutschland liest man das neue Buch von Eckhard Fuhr "mit Vergnügen", schreibt Rezensent Jan Ross. Der Autor werfe einen besonderen Blick "der Zufriedenheit und des Stolzes" auf die Gesellschaft, zeige sich frei von "Selbsthass" und "freut sich an der deutschen Gegenwart". Vor diesem Hintergrund fordert er die Leser auf, sich wieder als "normal" zu begreifen, als Menschen, die aus der Geschichte "gelernt" haben. Diese "Gelassenheitsphilosophie" mag der Kritiker dem Journalisten Fuhr aber nicht so recht abkaufen; dafür fallen Worte wie Selbstbestimmung oder Selbstachtung doch ein wenig zu häufig und man werde so den Eindruck nicht los, dass das deutsche "Idyll" eben doch nicht selbstverständlich, sondern schwer erarbeitet sei. Zudem stört sich der Rezensent an der überbetonten "Zufriedenheit" Fuhrs, die seiner Ansicht nach die Gefahr einer "modernen Biedermeierlichkeit" birgt.

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